Kraft Schepke. Foto: privat

Kraft Schepke, Ruder-Olympiasieger im Achter bei den Olympischen Sommerspielen in Rom 1960, vollendet am Sonntag, dem 3. März, sein 85. Lebensjahr.

Kraft Schepke gehörte seinerzeit zur Besetzung des legendären Deutschland-Achters, der unter der Leitung des ebenso legendären Ratzeburger Trainers Karl Adam (1912–1976) die lange Siegesserie der USA erstmals unterbrach, die ab dem Jahre 1920 insgesamt achtmal hintereinander die Goldmedaille bei Olympischen Spielen gewonnen hatten. Dem Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes gelang es darüber hinaus an jenem 3. September 1960 mit Kraft Schepke im Boot auf dem Albaner See zum ersten Mal, dass ein Boot bei der 2000-Meter-Olympia-Distanz unter sechs Minuten (ganz genau in 5:57:18 Minuten) das Ziel erreichte.

Kraft Schepke kam als drittes von sechs Kindern in Königsberg (heute Kaliningrad, Russland) zur Welt. Nach dem Zweiten Weltkrieg verschlug es die Familie nach Schleswig-Holstein, wo Kraft Schepke nach dem Abitur an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel die Fächer Volkswirtschaft und Sport (damals nominell noch Leibeserziehung) studierte. Seine Neigung zum Rudersport hatte er bereits zu Schülerzeiten und zusammen mit seinem Bruder Frank (1935–2017) entdeckt, der ebenfalls beim Olympiasieg in Rom mit im Boot saß. Schon im Jahre 1959 war der Deutschland-Achter mit den beiden Schepke-Brüdern Europameister geworden und zur Mannschaft des Jahres in Deutschland gewählt worden.

Beruflich begann Kraft Schepke seine Laufbahn zunächst als Pressereferent in der Wirtschaft, bevor er im Jahre 1980 zu den Sportorganisationen bzw. in die Sportadministration wechselte und u.a. als Geschäftsführer des Landessportbundes (LSB) Niedersachsen in Hannover reüssierte. Nach der Wende ab 1991 wurde er zuerst Referatsleiter Sport im Sozialministerium von Sachsen-Anhalt und später Geschäftsführer des LSB Mecklenburg-Vorpommern: „Kraft Schepke war ein äußerst loyaler und sehr engagierter Kollege, der sich später im Rahmen unserer Partnerschaft mit den ostdeutschen Landessportbünden beim Aufbau der neuen Sportstrukturen in verantwortlicher Position sehr verdient gemacht hat“, erinnert sich der langjährige Chronist der DOSB-Presse, Fritz Mevert (geb. 1936), damals Hauptgeschäftsführer beim LSB Niedersachsen und Initiator dieser Partnerschaften mit den Bundesländern Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Kraft Schepke wurde inzwischen eine seltene Ehre zuteil: Genau 53 nach dem Olympiasieg von Rom erhielt er von seinem einstigen US-amerikanischen Konkurrenten Peter G. Bos aus Boston (Massachusetts) erst eine Nachricht und dann das Original-Ruderhemd zurück, das er damals gegen dessen US-Jacke getauscht hatte. Bos hatte das Hemd selbst bei sich daheim wiederentdeckt und sodann das große Bedürfnis, es seinem ursprünglichen Besitzer zurückzugeben. Das geschah später am Alterssitz von Ehepaar Schepke in Laboe im Kreis Plön, wo Kraft zusammen mit seiner Frau Jutta inzwischen wohnt. Die besondere deutsch-amerikanische Ruder-Freundschaft zwischen Bos und Schepke lebt seitdem weiter. Auch mit 85 Jahren ist der Jubilar Schepke dem Sport in mehrfacher Hinsicht treu verbunden – sei es in der Gemeinschaft deutscher Olympiateilnehmer (GdO) oder bei der Abnahme des Deutschen Sportabzeichens.

Quelle: DOSB

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.