Ruderverband Schleswig-Holstein e. V.

Einleitende Worte

Berichtsband 2018 – 10. Rudersportforum

Eine der wesentlichen Aufgaben eines Landesruderverbandes ist die Weiterentwicklung des Rudersports. Der Ruderverband Schleswig-Holstein stellt sich dieser Herausforderung in Abstimmung und Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedsorganisationen. Wichtig für ein Zusammenwirken der Kräfte ist – wie beim Rudern – ein gemeinsames Verständnis dieser Aufgabenstellung, das mit einer Harmonisierung der Begrifflichkeiten beginnt.

Insofern ist der einstimmige Beschluss der „Elmshorner Leitsätze“ auf der Mitgliederversammlung 2017 ein Meilenstein in der Entwicklung der Verbandsarbeit. In neun Leitsätzen werden alle Aktionsfelder des Ruderverbandes Schleswig-Holstein als visionäre Handlungsempfehlungen formuliert.

Unsere Vision einer großen Ruderfamilie in Schleswig-Holstein kommt in dem Leitsatz „Wir initiieren gemeinsames Rudern“ zum Ausdruck. Dahinter steckt als erstes die Idee des gemeinsamen Ruderns über Vereinsgrenzen hinweg. Genauso zählt aber dazu, sich generell gemeinsam mit Rudern zu befassen, Erfahrungen auszutauschen und daraus Best Practice Ansätze abzuleiten.

Die Aktion „Rudern quer durchs Land“ bot 2017 sehr viele Gelegenheiten, Ruderinnen und Ruderer aus anderen Vereinen kennenzulernen, ein fremdes Revier zu erkunden und vor allem Freude am gemeinsamen Rudern zu haben. In ihrem fünften Jahr ist diese Ruderaktion „von Vereinen für Vereine“ eine Erfolgsstory geworden: Mit zehn Fahrten lockten die RVSH-Vereine 2017 insgesamt 275 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Ruderreviere des schönsten Ruderbundeslandes. Den Auftakt bildete die „Schleswig-Holstein Tagesfahrt“ auf der Trave mit 54 Ruderinnen und Ruderern. Weitere Touren gab es auf dem Elbe-Lübeck-Kanal und dem Nord-Ostsee-Kanal, auf Krückau und Unterelbe, Eider, Schlei, Kieler Förde, Ostsee, Haderslev Fjord und auf dem Einfelder See. Wir freuen uns über die Vielfalt dieser Angebote und danken den ausrichtenden Vereinen und Fahrtenleitern ganz herzlich!

Der Aktionstag „Schleswig-Holstein rudert“ ist seit mehreren Jahren ein Paradebeispiel für gemeinsames Rudern in Schleswig-Holstein: Mit einem einheitlichen Termin und einer zentralen Auftaktveranstaltung gelingt es, die Ruderinnen und Ruderer des Landes an einem Tag in Aktion zu bringen und zudem den Rudersport ins Interesse der Medien zu rücken. Hier zeigt sich, dass eine Verbandshandlung durchaus für mehr als nur einen Leitsatz stehen kann. Denn auch auf den Trainingsworkshops unserer jugendlichen Leistungsruderinnen und -ruderer geht es neben der olympischen Vision schließlich um gemeinsames Rudern!

Frauentagung, Rudersportforum, Trainerund Freizeitsporttreffs sowie angebotene Lehrgänge und Workshops dienten ebenfalls dazu, dass die Akteure unserer unterschiedlichen Ruderwelten sich zum Gedankenaustausch über gemeinsames zukünftiges Handeln zusammenfanden – Ruderfamilienvision und Beratungsvision des RVSH werden gleichermaßen tangiert.
Gemeinsames Rudern initiieren aber auch die vielen ehrenamtlichen Ausbilder, Übungsleiter und Trainer in unseren Vereinen. Neben regelmäßigen Trainingsstunden, Ausbildungsfahrten und Rudertreffs finden wir in den Vereinen exemplarisch Familienfahrten, Ruderfreizeiten, Sonnenaufgangsfahrten, Vereinsregatten, Laienregatten, Firmenregatten und sogar Rudern für Nichtruderer.

Die „Elmshorner Leitsätze“ sind aber nicht nur Handlungsempfehlungen, sondern enthalten jeweils eine visionäre Botschaft. Beispielhaft zwei Ideen für gemeinsames Rudern im RVSH der Zukunft, formuliert auf dem Freizeitsporttreff 2017:

  • Es ist den Ruderinnen und Ruderern in Schleswig-Holstein möglich, über ein geeignetes Medium von den allgemeinen Rudertreffs der RVSH-Vereine Kenntnis zu erlangen und sich unkompliziert zum Mitrudern anzumelden;
  • Es gibt eine aktuelle und schnelle Bootsplatzbörse für Wanderfahrten der RVSH-Vereine.

Beide Ideen sind nach heutigem Technikstand keinesfalls Utopien. Voraussetzung ist aber die Bereitschaft, eine RVSH-Ruderfamilie gestalten zu wollen, die nicht an Vereinsgrenzen endet.

Mit den „Elmshorner Leitsätzen“, an denen sich unser zukünftiges Handeln orientieren soll, haben wir gleichzeitig hervorragende Werbebotschaften für unseren Rudersport entwickelt. Mitgliederwerbung im wichtigen Bereich der erwachsenen Freizeitsportler wird sich kaum auf leistungssportliche Anreize einer olympischen Ruderkarriere stützen können. Aber Gemeinschaft, Fitness und Naturerlebnis sind Werte, die Rudern wie kaum eine andere Sportart repräsentiert. Und Recreational Rowing hat im Ruderverband Schleswig-Holstein ebenso seinen Platz wie Olympic Rowing.

Der Ruderverband Schleswig-Holstein gratuliert seinen Ruderinnen und Ruderern, seinen Fahrtenleiterinnen und Fahrtenleitern, seinen Trainerinnen und Trainern sowie seinen Vereinen herzlichst zur erfolgreichen Verwirklichung der Visionen. Wir danken allen Vereinsvorständen und Vereinsmitgliedern, die diese Realisierung mit viel ehrenamtlicher Arbeit und solidarisch-finanziellem Einsatz ermöglicht haben. Genauso danken wir dem Land Schleswig-Holstein, dem Landessportverband Schleswig-Holstein, dem Olympiastützpunkt Hamburg/ Schleswig-Holstein, dem Deutschen Ruderverband und der Peter Petersen Stiftung für ihre finanziellen und strukturellen Unterstützungen, insbesondere in Form der Ruderakademie Ratzeburg, des Sportinternates Ratzeburg und der Partnerschule des Leistungssports, der Lauenburgischen Gelehrtenschule.

Wir lieben den Rudersport und werden diesen mit viel Freude im Land Schleswig-Holstein visionär weiter entwickeln.

Der Vorstand des Ruderverbandes Schleswig-Holstein
Angela Boldt-Schweiger, Udo Ehmke, Malte Glomp, Reinhart Grahn, Dr. Thomas Haarhoff, Heinz Ketelsen, Andreas ‚Henry‘ Klüssendorff, Andreas König, Kim Koltermann, Dr. Lars Koltermann, Thomas Mittelstädt, Christian Müller-Wulf,
Karsten Schwarz, Tobias Tietgen