Am Samstag, 15. September war der Eckernförder Ruderclub (ERC) Gastgeber von „Rudern quer durchs Land“ einer Aktion des RVSH (Ruderverband Schleswig-Holstein) unter dem Motto „von Vereinen für Vereine“. Hierbei organisieren Vereine Tagestouren auf ihren Heimatgewässern für Ruderer anderer Clubs. Es gibt wohl kein Bundesland in dem die Ruderreviere so unterschiedlich sind wir in dem hiesigen. Egal ob Fluss, Kanal, See, Förde oder Meeresküste hier ist alles zu finden. Nun hatten also dieses Wochenende die Eckernförde und alles voran Nathalie Wagner (Ruderwanderwartin) zum gemeinsamen Rudern nach Eckernförde eingeladen. Und 18 Ruderinnen und Ruderer zwischen Flensburg und Elmshorn und sogar vom gut 500km entfernten Biggesee folgen dem Aufruf und wollten das Rudern auf der Ostsee erleben.

Am Vormittag gegen 10 Uhr ging es los. Zusammen mit 6 Eckernförder Ruderinnen und Rudereren wurden sechs Boote zu Wasser gelassen. Das Abenteuer konnte beginnen. Und dafür, dass es auch wirklich eines wurde, sollte das Wetter später noch sorgen. Als erstes Ziel der Tour war Lindhöft auserkoren worden. Die Boote setzten sich bei mäßigem Wind aus Südwest in Bewegung zunächst parallel zum Eckernförder Strand, vorbei an der WTD-Süd hinüber zur südlichen Küste der Eckernförder Bucht. Die frische Meeresluft begeisterte die Ruderer aus dem Binnenland. Die Steilküste, die für viele ungewohnte Breite des Ruderreviers, die Anekdoten von Ruderbooten die von Schweinswalen oder eben auch einem Delfin begleitet wurden, beeindruckten die Besucher. Die Ostsee zeigte sich zunächst von ihrer guten Seite. Zwar war sie nicht spiegelglatt aber ein paar kleine Wellen machten das Rudern auf ihr ja umso authentischer. Kurz vorm Pausenziel fing der Wind an aufzufrischen, so dass entschieden wurde die Pause in Lindhöft nicht zu lang werden zu lassen. Leider hielt sich der Wind nicht ganz an die Vorhersagen und drehte noch ein Stückchen weiter auf Nordwest. Und genau das machte die Rückfahrt zu einem kleinen Abenteuer für die Bootsbesatzungen. Nun waren sie nicht mehr an der Südseite windgeschützt sondern bekamen den Wind um Stärke 4-5 und die Wellen zu spüren. Die Konzentration der gesamten Mannschaft war gefragt. Der Steuermann mussten einen guten Weg durch die Wellen finden und die Ruderer durften sich durch das auf und ab, das Verfehlen des Wassers im Wellental oder eben das „Steckenbleiben“ in einer Welle mit den Skullblätter nicht aus der Ruhe bringen lassen. Auch mussten sie das Wasser, das immer wieder in Boot schwappte, im Auge behalten. Das ein oder andere Boot war besonders froh eine sogenannte Pütz zum Wasserschöpfen mit im Boot gehabt zu haben. Auf und ab ging es in den Wellen. Am Ende waren einige Besatzungen komplett durchnässt und saßen trotz pützen bis zu den Knöcheln im Wasser. Sobald die WTD-Süd wieder passiert war, wurde es wieder ruhiger auf dem Wasser. Alle Boote kamen am Ende gut durch die Wellen und wurden vom Auslaufsignal der Albatros im ruhigeren Wasser willkommen geheißen.

Nun ging es noch einmal gemeinsam in den Binnenhafen, wo sich die Brücke öffnete zwar für einen Kutter, aber irgendwie doch fast wie bestellt. Zum Schluss wurde noch zur WTD-Nord gerudert, womit fast das komplette alltägliche Ruderrevier der Eckernförder an diesem Tag befahren wurde (mit Ausnahme der Nordseite). Nach 22 zum Teil sehr aufregenden Kilometern ging es schließlich zurück zum Ruderclub. Zwar müde aber mit einem Lächeln im Gesicht stiegen die Teilnehmer aus den Booten. Von dieser Tour würde man sicher noch lange berichten. Nun noch das Salzwasser von den Booten spülen und sie wieder in der Bootshalle verstauen und eine warme Dusche. Anschließend gab es noch einen Kaffee im Clubraum oder wahlweise auf dem Balkon mit Blick über die Eckernförder Bucht, die nun fast schon wieder ganz ruhig wirkte, als wäre nichts gewesen.

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