Deutscher Ruderverein Hadersleben (Nordschleswig/Dänemark) feiert 90 jähriges Jubiläum

Drei Tage lang feierte der DRH sein 90 jähriges Vereinsjubiläum. Eigentlich wäre der Verein schon viel älter gewesen, denn die Wurzeln sind die 1892 gegründete Ruderabteilung am preussischen Gymnasium zu Hadersleben und der 1902 daraus entstehende Gymnasial Ruderverein, der bis 1920- bis zur Volksabstimmung -deutsch war, um dann 1926 als Deutscher Ruderverein Hadersleben neu gegründet zu werden. Der größte Teil der 23 Gründungsmitglieder waren ehemalige Mitglieder vom Gymnasial Ruderverein, dessen Flagge der neue Verein nun übernahm.
Wie dem auch sei, Angelika Feigel, Vorsitzende des DRH seit 1994, hatte deutschlandweit eingeladen und Vertreter aus 27 Vereinen kamen nach Hadersleben. Kölner Ruderfreunde und die Ruderkameraden aus Schmöckwitz und aus Neuruppin reisten schon am Mittwoch nach Hadersleben an, um noch bei den letzten Vorbereitungen zu helfen.
Am Freitag startete dann das Fest mit einem Begrüßungsabend im DRH, es war einer der wenigen warmen Sommertage in diesem Sommer in Dänemark fast 100 Gäste saßen bis in den späten Abend vorm Clubhaus am Haderslebener Damm und ließen es sich gut gehen bei Grillwurst , kühlen Weißwein vom Rhein- 12 Mitglieder vom DRH waren extra vorher an den Rhein gefahren, um den Wein zu probieren – und Fassbier von der heimischen Brauerei Fuglsang.
Viele Gäste übernachteten in der Jugendherberge, die nur ein paar hundert Meter vom Club entfernt liegt oder im dänischen Ruderverein auf Luma, der auch nicht weiter entfernt ist. Doch dann wurde irgendwann der Zapfhahn abgedreht, denn schon um 7.30 Uhr sollte der Schuttelbus zum Startpunkt an der Haderslebener Förde fahren, 97 Ruderinnen und Ruderer hatten sich für die Wanderfahrt gemeldet.

Ehemalige Junioren Regatta Ruderer des DRH waren aus Aarhus, Odense oder Kopenhagen, wo sie heute studieren nach Hadersleben gekommen um beim Jubiläum zu helfen. Sie packten kräftig mit an und so waren die 20 Boote sehr schnell auf dem Wasser zuerst mussten 15 km auf der Förde gerudert werden.
Die Haderslebener Förde ähnelt in manchen Dingen der Schlei, enge Stellen wechseln mit breiten Wasserflächen, viele Kurven, Buchenwälder und Getreidefelder glitten an den Teilnehmern vorbei, an der Fördemündung waren dann die Steuerleute gefragt denn jetzt galt es der schmalen Fahrrinne zu folgen, denn große Sandbänke versperrten auch Ruderbooten den direkten Weg aufs Meer. Während nun die Gigboote 4 km der Küste folgten, um in Årøsund an Sandstrand anzulanden nahmen die Inrigger direkt Kurs auf die Insel Årø, die ca. 1km von Årøsund entfernt ist.
Auch hier waren die Helfer bereit beim Boottragen zu helfen. Leider hatte es am Vormittag einige kräftige Schauer gegeben aber das trübte die gute Laune der Teilnehmer nur kurz. Für die Gigbootruderer stand nun noch eine kleine Fährfahrt an und nach einem kleinen Fußmarsch fanden sich alle 97 und noch ein Teil Schlachtenbummler in einer historischen Scheune, einer sogenannten Bullade, im Gasthaus „Brummers Gaard“ ein. Da war dann reichlich aufgetischt und auch wenn viele mehrmals das Büfett aufsuchten so blieb am Ende noch genügend übrig fürs Personal.
Bei Sonnenschein gings dann zurück, der auflandige Wind hatte etwas aufgefrischt, aber wieder gab es Hilfe beim Ablegen, diesmal eine etwas feuchte Angelegenheit für die Helfer und so kamen alle Boote wieder gut aufs Wasser. Nach gut drei Stunden waren alle Boote wieder am Startplatz in Hadersleben. Einige Boote wurden noch weiter gerudert, dann
150 m über Land transportiert und direkt zum dänischen Ruderclub gerudert, die Boote vom DRH blieben am Strand liegen und der Rest wurde auf die verschiedenen Trailer geladen, alle packten mit an und so war diese Arbeit schnell erledigt und da der Bierwagen vom DRH am Startplatz gefahren worden war, konnte noch ein kühles Bier getrunken werden bevor, der Bus die Ruderer wieder zum DRH brachte.
Viel Zeit zum Ausruhen war nicht, denn um 19.00 Uhr startete in der Aula der deutschen Schule Hadersleben das große Rudererfest mit 130 Teilnehmern. Ein Schlachter war mit seinem Imbisswagen gekommen und hier konnte man Pommes, Currywurst, Gyros, Steaks und Pute ordern soviel man wollte und so oft man konnte. Es war erstaunlich wie schnell man bedient wurde.
Der DJ verstand es die Ruderinnen und Ruderer in Schwung zu bringen und bis nach Mitternacht bis zum letzten Tanz war die Tanzfläche immer gefüllt. Unsere jungen Helfer, die beim Boote tragen und Verladen so aktiv waren, hatten die Bar übernommen und waren nun genau so eifrig beim Bierzapfen und Wein einschenken.
Am Sonntag um 10.00 Uhr dann der offizielle Empfang, über 100 Gäste waren gekommen, darunter der Bürgermeister der Stadt Hadersleben, der eigentlich noch im Urlaub war und der Chef des Ausschuss für Kultur und Sport. Beide waren mit dem Fahrrad gekommen, denn in der Einladung hatte ja gestanden dass es anschließend einen Frühschoppen gäbe, meinte der Bürgermeiste. Bürgermeister, Kulturchef und der Vorsitzenden des dänischen Ruderclubs hielten ihre Grußansprachen auf Deutsch, was ihnen große Anerkennung besonders auch von den vielen Gästen aus Deutschland brachte.

Vom Ruderverband Schleswig-Holstein waren der Ehrenvorsitzende Thomas Mittelstädt, Kassierer Tobias Tietgen, und vom Ausschuss Breitensport, Thomas Harhoff gekommen.
Mit einem Glas Sekt waren alle Gäste begrüßt worden, viele Grußworte wurden überbracht, aber alle Redner verhielten sich nach dem Motto, „in der Kürze, liegt die Würze“ und auch der Festredner Dieter Hallmann, das älteste aktive und seit 57 Jahren Mitglied im Verein, schaffte es in 20 min die Geschichte des Vereins lebendig werden zu lassen.
Dann servierten Mitglieder darunter drei Ärzte Schnittchen und kühle Getränke. Erst am späten Nachmittag verabschiedeten sich die letzten zufriedenen Gäste. Vorsitzende, Angelika Feigel. äußerte in ihrem Schlusswort ihre Freude darüber, dass so viele gekommen waren und dass so viele Vereinsmitglieder und Freunde des Vereins bei der Vorbereitung und Durchführung einen großen Einsatz geleistet hatten. (Dieter Hallmann)

Das Orga-Team – Vorsitzende Angelika Feigel und Ehrenvorsitzender vom Nordschleswigschen Rudererband Dieter Hallmann waren sehr zufrieden mit der Veranstaltung. Zum 100. Vereinsjubiläum wird es eine Wiederholung geben.

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