47 Ruderfrauen – 10 Rudervereine – 1 Ruderverband

Ruderverband Schleswig-HolsteinWas ist los beim Frauenrudern in Schleswig-Holstein im Februar? Keine Frage, Ruderinnen fahren nach Ratzeburg zu ihrem Lehrgang zu dem – wie schon seit Jahrzehnten – Heida Benecke vom Referat Frauen des Ruderverbands Schleswig-Holstein eingeladen hatte.

Gleich am Freitagabend, nach dem fröhlichen Wiedersehen oder auch Kennenlernen der erfreulich vielen neuen Gesichter beim Abendessen, ging es ins volle Programm. Die Heilpraktikerin Helga Peters, Vorsitzende Biochemischer Verein Lübeck, referierte über die von Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler vor über 130 Jahren geprägte Biochemie. Der Begriff Biochemie bezeichnet Prozesse und Reaktionen wie z. B. Stoffwechsel, die in unserem Körper ganz natürlich ablaufen. Die Therapie kommt mit zwölf Mineralstoffen (Salzen) aus, die alle von Natur aus im menschlichen Körper vorkommen. Aus den Salzen können Heilmittel hergestellt werden, die wichtige Körperfunktionen anregen und normalisieren. Die Mineralstofftherapie eignet sich für die ganze Familie. Nach einer allgemeinen Einführung wurden die 12 Schüßler-Salze erläutert, und bald schwirrten die Zahlen 1 bis 12 in unseren Köpfen, so dass eine Teilnehmerin ganz pragmatisch anmerkte, dass man eigentlich alle Salze auf einmal nehmen könne, dies wäre doch erheblich einfacher.

Sonnabendmorgen Gymnastik mit Christine, Frühstück, und wir lernten Dr. Inge Voltmann-Hummes, Sportwissenschaftlerin, kennen: »Ihr Auftritt, Frau Müller! Durch sicheres Auftreten überzeugen«. Die Referentin hatte das Thema perfekt vorbereitet und verstand es, den Teilnehmerinnen beizubringen, was erforderlich ist, um vor Publikum kompetent und selbstbewusst aufzutreten und zu sprechen. Der praktische Teil gab das erforderliche Rüstzeug für die Arbeit in den Vereinen. Acht Teilnehmerinnen hatten eine 6 bis 8-minütige Rede zu einem speziellen Thema jeweils aus ihrem Verein zu halten. Fünf Assistentinnen standen für die Erarbeitung und das anschließende persönliche Feedback zur Verfügung. Die Themen reichten von der Vorstellung eines Projektvorschlages auf der Mitgliederversammlung bis hin zur Vertretung des Vereins beim Antrittsbesuch beim Bürgermeister. Die sorgfältige, akribische Vorbereitung durch Frau Dr.Voltmann verblüffte uns sehr. Das war eine ganz wertvolle Hilfe, bitte mehr davon.

Nachmittags beschäftigten wir uns unter Anleitung der Yoga-Lehrerin und Physiotherapeutin Antje Ertel aus Lübeck mit Yoga. Die Referentin stellt uns zunächst den Begriff Yoga vor, der nicht geschützt ist. Yoga ist eine indische, philosophische Lehre, die den sportlichen Teil – Aryuveda den medizinischen – umfasst. Yoga hat eine beruhigende Wirkung auf Geist und Seele. Es gibt verschiedene Arten von Yoga. Der westliche Sprachgebrauch fasst eher körperbetonte Yoga-Praktiken unter dem Oberbegriff Hatha Yoga zusammen. Entspannung nimmt einen wesentlichen Teil des Yogas ein. Durch Anfang- und Endentspannung wird der Geist zur Ruhe gebracht.
Zwei Stunden praktizierten wir dann in der Halle Hatha Yoga. Die Zeit verging wie in Flug. Entspannt und gelockert fanden am Abend die unterschiedlichsten Gruppen zusammen, um sich auszutauschen oder Netzwerke zu knüpfen. Zum Schlummertrunk im Foyer der Akademie trafen dann aber wieder alle ein.

Sonntagmorgen wieder Gymnastik, Frühstück , und wir begrüßten die Internistin Dr. Dagmar-E. Dennin aus Lübeck zu den Themen »Frauengesundheit – Sind Frauen anders krank?« und »Ein Kind um jeden Preis? Fragen zur Präimplantationsdiagnostik (PID)«. Wir hörten, dass die Frauenbewegung schon 1970 Defizite in der Medizin zur Frauengesundheit aufdeckte. Anhand von Zahlen und Diagrammen aus verschiedenen Studien konnten diese Defizite anschaulich und eindrucksvoll dargestellt werden. So wurde z. B. die Forderung der Frauenbewegung nach einer Geschlechter gerechten Arzneimitteltherapie transparent und nachvollziehbar.

Der zweite Vortrag von Frau Dr. Dennin zur PID befasste sich zunächst mit dem medizinischen Teil, und anschließend führte sie die Argumente der Befürworter und der Gegner auf. Die bis zum Sommer 2011 vorliegenden Gesetzesvorschläge wurden vorgestellt. Die Referentin vermittelte das komplexe Thema nicht ohne den abschließenden Hinweis, dass dies lediglich eine Vermittlung sei, die Verarbeitung müsse durch die Teilnehmerinnen selbst erfolgen.

Zum Ende des Frauenlehrgangs 2011 stellte Heida ihre Termine für 2011 vor, nahm Anregungen und Vorschläge für 2012 auf und bat alle, die neuen Mitglieder in ihren Vereinen über diese Frauenveranstaltung zu informieren und zu motivieren, sich anzumelden. Ihr Dank galt allen Beteiligten, insbesondere ihrer Vorgängerin Lisa Börms, die ihr immer unterstützend zur Seite steht.

Mit einem herzlichen Dankeschön an Heida Benecke verabschiedeten sich die Ruderinnen und freuen sich bereits jetzt auf den Frauenlehrgang 2012!

Silke Wriedt, GRV Eutin

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