Trauer um Kraft Schepke

Kraft Schepke holte 1960 die erste Goldmedaille für den Deutschland-Achter in Rom. Foto: Ulf Dahl/Kieler Nachrichten

Trauer um einen Pionier des Deutschland-Achters

Am 12. November 2023 verstarb Kraft Schepke im Alter von 89 Jahren. Schepke war eine zentrale Figur im „Maschinenraum“ des legendären deutschen Ruder-Achters, der 1960 in Rom sensationell olympisches Gold gewann.

Der 3. September 1960 markierte einen historischen Moment, als der Deutschland-Achter in Rom die USA entthronte und erstmals eine olympische Goldmedaille holte. Das „Ratze-Kieler“-Boot, in dem Kraft Schepke einer der Stärksten war, bewältigte als erste Mannschaft die 2000-Meter-Distanz in unter sechs Minuten (5:57:18).

Nach dem Triumph wurde der Deutschland-Achter landesweit gefeiert, insbesondere in Kiel, wo die Ruderhelden am Rathausbalkon jubelnd empfangen wurden. Der Medien-Hype um das Team führte sogar zur Ehrung mit dem silbernen Lorbeerblatt des Bundespräsidenten.

Schepke, dessen Verbindung zum Rudern tief in seiner Familiengeschichte verwurzelt war, erlebte den Sport als essenziellen Bestandteil seines Lebens. Nach seiner aktiven Karriere blieb er dem Rudersport treu und bekleidete verschiedene Positionen, darunter die des Geschäftsführers beim Landessportbund Niedersachsen und später beim Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern.

Auch im Ruhestand engagierte er sich weiterhin im Vorstand der Deutschen Olympischen Gesellschaft. Sein Olympiasieg in Rom war für Schepke nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern prägte auch seine spätere berufliche Laufbahn. In einem Interview von 2014 sagte er: „Olympiasieger bleibt man ein Leben lang. (…) Das Wissen, als Ruderer zu den Besten der Welt gehört zu haben, hat mir später im Beruf eine gewisse Befriedigung gegeben.“

Kraft Schepke hinterlässt ein bedeutendes Erbe im deutschen Rudersport.

Quelle: rudern.de