Worte zum Jahreswechsel 2016/2017

Liebe Ruderfamilie Schleswig-Holsteins,
liebe Partner und Förderer,

mit dem Jahr 2016 geht ein olympischer Vier-Jahres-Zyklus zu Ende. In den diesjährigen Worten zum Jahreswechsel möchte ich mich umfassender mit unserer Teilhabe an der olympischen Bewegung beschäftigen.

Auf der großen Klausurtagung im Januar 2016 in der Ruderakademie Ratzeburg hat der Vorstand des Ruderverbandes Schleswig-Holstein neun visionäre Leitsätze entworfen, die wir auf dem Ruderforum im März 2016 in Kiel mit unseren Vereinsvertretern diskutiert haben. Im März 2017 werden diese als „Elmshorner Leitsätze“ unserer Mitgliederversammlung zum Beschluss vorgelegt. Einer dieser neun Leitsätze lautet: Wir entwickeln und begleiten olympische Karrieren. Dahinter steht unsere olympische Vision, dass auf den kommenden Olympischen Spielen Ruderinnen und Ruderer aus Schleswig-Holstein Rollsitze besetzen.

Zu unser aller Freude ist diese Vision für die Olympiade 2012 bis 2016 Wirklichkeit geworden. Um einen olympischen Rollsitz 2016 kämpften Arne Schwiethal (Ratzeburger Ruderclub, Absolvent Sportinternat Ratzeburg), Lars Hartig (Friedrichstädter Rudergesellschaft), Larina Hillemann (Lübecker Ruder-Gesellschaft, Absolventin Sportinternat Ratzeburg), Maximilian Munski (Lübecker Ruder-Gesellschaft) und Lauritz Schoof (Rendsburger Ruderverein, Absolvent Sportinternat Ratzeburg).

Arne Schwiethal schaffte es in den 22er Kader von Bundestrainer Ralf Holtmeyer, aus dem der olympische Achter, Vierer und Zweier gebildet wird. Leider schied er in der internen deutschen Qualifikation krankheitsbedingt aus. Lars Hartig scheiterte in der internen deutschen Qualifikation knapp im Einer, nachdem zuvor der Doppelzweier und der Doppelvierer bereits final besetzt worden waren. Allerdings gelang dem national qualifizierten deutschen Einerfahrer nicht die internationale Qualifikation für die olympischen Spiele. Larina Hillemann steuerte den Frauen-Achter beim internationalen olympischen Qualifikationsrennen im Mai in Luzern. Leider konnte die Mannschaft das Ticket für Olympia nicht buchen. Hier erhalten nur sieben weibliche Achter einen Startplatz. Lauritz Schoof konnte sich national für den Doppelvierer und Maximilian Munski für den Deutschlandachter qualifizieren. Diese beiden Boote hatten ihre Olympiatickets bereits 2015 erworben.

Sensationell war dann das Abschneiden dieser beiden bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. Mit einem beherzten Start ging der Deutschlandachter führend ins Rennen, sehr schnell konnte aber der britische Achter die Führungsposition übernehmen und diese bis ins Ziel behalten. Dem Deutschlandachter gelang es, seine zweite Position zu behaupten und vier Jahre harter Arbeit mit einer Silbermedaille zu krönen. Eine Riesenüberraschung gelang dann dem deutschen Doppelvierer mit Lauritz Schoof an Bord. Nach einer sehr durchwachsenen Saison mit Höhen und Tiefen, die sich so auch in Rio fortsetzte, gelang diesen Vieren ein olympisches Wunder. Vom Start weg dominierten sie das Rennen. Unfassbar! Sie wehrten am Ende alle Angriffe ab und wurden souverän wie in London 2012 Olympiasieger.

Die Sportfamilie Schleswig-Holsteins ehrte diese beiden Olympiateilnehmer im Dezember 2016, in dem sie Lauritz Schoof zum Sportler des Jahres und Maximilian Munski auf den zweiten Platz wählten. In der Summe haben unsere Ruderinnen und Ruderer bei den letzten fünf Olympischen Spielen fünf Olympiasiege errungen. Nun sind wir in der Umsetzung unseres Leitsatzes für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Erfreulicherweise plant Lauritz Schoof, für Tokio noch einmal anzugreifen. Auch Lars Hartig, Arne Schwiethal und Larina Hillemann haben das Potenzial für Tokio. Dieses sehen wir auch bei unseren diesjährigen U23-WM-Teilnehmern Frieda Hämmerling (Rudergesellschaft Germania Kiel, Absolventin Sportinternat Ratzeburg), Annemieke Schanze (Ratzeburger Ruderclub, Absolventin Sportinternat Ratzeburg), Jonas Weller (Ratzeburger Ruderclub) und Timm Kraus (Lübecker Ruder-Gesellschaft) sowie unseren diesjährigen U19-WM-Teilnehmerinnen Paula Vosgerau (Lübecker Ruder-Gesellschaft, Sportinternat Ratzeburg), Marieluise Witting (Ratzeburger Ruderclub, Sportinternat Ratzeburg) und Klara Grube (Lübecker Ruder-Gesellschaft, Sportinternat Ratzeburg). Ohne Anspruch auf Vollständigkeit wird dieser Personenkreis ergänzt durch Finn Schröder (Lübecker Ruder-Gesellschaft) und Calina Schanze (Ratzeburger Ruderclub, Absolventin Sportinternat Ratzeburg).

Der Ruderverband Schleswig-Holstein gratuliert seinen Ruderinnen und Ruderern, seinen Fahrtenleiterinnen und Fahrtenleitern, seinen Trainerinnen und Trainern sowie seinen Vereinen herzlichst zur erfolgreichen Verwirklichung der Visionen in allen Arbeitsbereichen. Wir danken allen Vereinsvorständen und Vereinsmitgliedern, die diese Realisierung mit viel ehrenamtlicher Arbeit und solidarisch-finanziellem Einsatz ermöglicht haben. Genauso danken wir dem Land Schleswig-Holstein, dem Landessportverband Schleswig-Holstein, dem Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein, dem Deutschen Ruderverband und der Peter Petersen Stiftung für ihre finanziellen und strukturellen Unterstützungen, insbesondere in Form der Ruderakademie Ratzeburg, des Sportinternates Ratzeburg und der Partnerschule des Leistungssports, der Lauenburgischen Gelehrtenschule Ratzeburg.

Einen ganz persönlichen Dank möchte ich meinen Vorstandsmitgliedern und allen Teammitgliedern des Ruderverbandes Schleswig-Holstein für ihr Engagement aussprechen. Wir lieben den Rudersport und werden diesen mit viel Freude im Land Schleswig-Holstein visionär weiter entwickeln.

Ich wünsche der Ruderfamilie Schleswig-Holsteins sowie unseren Partnern und Förderern ein erfolgreiches Jahr 2017.

Liebe Grüße
Reinhart Grahn

Vorsitzender Ruderverband Schleswig-Holstein

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