Planungstipps
Planungstipps für Ruderwanderfahrten
»Schon Lampe war der Ansicht, daß das Beste und Wertvollste, was in den Rudervereinen der höheren Lehranstalten für körperliche Entwicklung, für Festigung der Gesundheit und für Erziehung zur Freude an der Natur nur immer geschehen kann, die möglichste Ausnutzung der Ferien zu Dauerfahrten sein.«
(Kuhse, 1908, S. 117)
Zu den Vorzügen einer Ruderwanderfahrt, unabhängig von der Form als Tages-, Wochenend- oder Urlaubsfahrt, muß an dieser Stelle sicherlich nicht weit ausgeholt werden. Auch auf die genauen Richtlinien für Schulausflüge soll nicht eingegangen werden. Wir wollen nur stichpunktartig die Vorbereitung, die Durchführung und Nachbereitung einer Fahrt behandeln.
Vorbereitung einer Wanderfahrt
Zusammensetzung der Gruppe und Zielsetzung der Teilnehmer – Gruppe homogen oder heterogen, davon hängen ab
- Art und Kosten für Unterkunft und Verpflegung
- Streckenlänge und Streckenqualität
- kulturelles Angebot
- Bedeutung von Natur und Umwelt
- Transport von Teilnehmern und Booten
- Versicherungs-, Aufsichts- und Rechtsfragen
Informationsquellen
- Erfahrungsaustausch oder Strecke selbst vorher besichtigen
- Literatur (Ruderalmanach, Handbuch für Wanderrudern, Fachzeitschriften, Reiseführer, Internet)
- Materialien (Verkehrsvereine, Landkarten)
- Adressen (Kanu- und Rudervereine, Verbände, Wasserwirtscahftsämter)
Streckenauswahl
- Dauer der Wanderfahrt (Dauer von An- und Abreise, Mannschaftstransport, Schwierigkeitsgrad der Strecke, Jahreszeit, Urlaubs- und Feriendauer)
- Qualität der Strecke (Landschaft, Schiffsverkehr, Schleusen und Wehre, Kultur, Übernachtung, Wasser- und Windverhältnisse)
- Organisation (eigene Boote oder Leihboote, Bootstransport, Etappeneinteilung, Landdienst)
Ausrüstung
- Boote (Organsiation des Verladens, Eignung für Strecke und Teilnehmer, Skull- oder Riemenboote)
- Zubehör (Werkzeug, Ersatzteile, Paddelhaken, Tampen, Verbandkasten, Reserverollsitze, -dollen, -skulls, Streckenbeschreibungen für jedes Boot, evtl. Kompass)
- persönliche Ausrüstung (genügend Rudersachen, Regen- und Sonnenschutz, Schlafsack und Isomatte, Kulturtasche, Ausweis, Eimer oder Beutel)
Versicherung
- Teilnehmer (Krankheit, Unfall, Haftpflicht)
- Verein (Bootstransport, Fahrzeuge, Reiseversicherung inkl. Insolvenz, Haftpflicht)
Sonstiges
- Schiffahrtsrecht auf den zu befahrenden Gewässern
- Erstellung eines Fahrtenprogramms
- Ausschreibung (vier Wochen vorher beim Empfänger)
- Einkauf der Verpflegung
- Durchführung einer Vorbesprechung
- Eintrag ins Fahrtenbuch
- Erstellung von Anfahrtsplänen / Straßenkarten für Landdienst
- Vorsorge gegen Müllproblematik
Aufgaben der Fahrtenleitung während der Fahrt
- Beaufsichtigung des Abladens / Aufriggerns
- Kassenführung
- tägl. Streckenbeschreibung
- Boots- / Landdiensteinteilung
- Einteilung / Einweisung der Obleute
- Lagerorganisation
- Aufenthaltsbestätigungen einholen
- Gruppenführung
- Führung eines Fahrtenbuches
- Beiprogramm / Spiele, auch für schlechteres Wetter
- Organisation des Rücktransportes
nach der Fahrt
- Organisation des Säuberns und Verstauens des Materials
- Vollzähligkeitsprüfung
- Schadensmeldungen
- Manöverkritik
- Austragung aus dem Fahrtenbuch
- Abrechnung
- Müllentsorgung
- Verteilung von Verpflegungsrestbeständen
- Anträge auf Bezuschussung (möglichst schon vor Antritt der Fahrt fertigstellen)
- Presseartikel schreiben (lassen …)
- Archivierung aller Unterlagen / Nachbereitung
- Bilderabend oder Nachfeier