»Fehlerbilder«

Die Fotos sind im Rahmen der Trainer C-Ausbildung des Deutschen Ruderverbands 2008 in der Ruderakademie Ratzeburg entstanden.

Hintere Bewegungsumkehr

1. Geringe Rücklage

Auswirkungen

  • Stemmbrett zu weit heckwärts
  • Stemmbrettwinkel zu flach
  • Dollenabstand zu groß

Ursachen

  • fehlender Schulter- und Oberkörpereinsatz
  • ungenügende Beinstreckung

Korrekturen

  • rudern mit festem Sitz, Beginn des Schlags aus normaler Rücklage (15 bis 35°)
  • Einzelne Schläge üben, verkürzte bis lange Rollbahn, dann beim ruhigen Vorrollen ganze Rollbahn benutzen
  • Stemmbretteinstellung und/oer Dollenabstand ändern

2. Extreme Rücklage

Auswirkungen

  • begünstigt das ruckartige Anrollen
  • Erhöhung des Stampfwiderstandes
  • schnelles Aufrichten des Oberkörpers und Nach-vorn-bringen des Oberkörpers nach dem Ausheben wird erschwert

Ursachen

  • starkes Überschwingen des Oberkörpers im Endzug
  • Dollenabstand zu groß
  • Stemmbrett zu weit bugwärts

Korrekturen

  • üben des Durchzugs mit besserer Druckverteilung, d. h. Vorder- und Mittelzug stärker betonen
  • rudern mit festem Sitz, Beginn des Schlags aus normaler Rücklage (15 bis 35°)
  • Einzelne Schläge üben, verkürzte bis lange Rollbahn, dann beim ruhigen Vorrollen ganze Rollbahn benutzen
  • Stemmbretteinstellung und/oer Dollenabstand ändern

3. Fehlendes Hebeln

Auswirkungen

  • Drehen im Wasser
  • Hängen bleiben
  • Boot wird abgebremst

Ursachen

  • falsche Zugrichtung im Endzug, die Innenhebel werden nach unten gezogen
  • geringe Dollenhöhe
  • falsche Anlage

Korrekturen

  • Aus der Rücklage beginnend einzelne Schläge mit senkrechtem Blatt beim Vorrollen ausführen.
  • Ruderschläge mit blattbreitem Wasserabstand beim Vorrollen üben – verkürzte bis lange Rollbahn.

4. »Hände weg« zu langsam

Auswirkungen

  • Oberkörper fällt über den Innenhebel
  • Hängen bleiben der Blätter im Wasser
  • Boot wird abgebremst
  • Stürzen nach vorn wird begünstigt
  • geringe Kraftabgabe im Endzug

Ursachen

  • geringe Innenhebelgeschwindigkeit im Endzug
  • Drehen im Wasser

Korrekturen

  • Schlag aus Rücklage beginnen, Innenhebel daumenbreit vom unteren Rippenbogen entfernt
  • Rücklage, Blätter voll im Wasser: Üben des Aushebens ohne Drehung, danach Ausheben ohne Rollen mit Vorführen der Innenhebel bis zum Knie, danach Rudern mit festem Sitz, ohne Krafteinsatz und Drehen, Rollen über 1/2, 3/4 auf ganze Rollbahnlänge steigern
  • Rudern mit senkrechtem Blatt
  • Rudern mit festem Sitz und senkrechtem Blatt, Endzug betonen, Schlagfrequenz bis auf 50 bis 60 Schläge pro Minute steigern
  • Rudern nach Zählen, »Hände weg« betonen
  • Üben von Startschlägen, erster bis fünfter Schlag mit maximaler Schlagfrequenz

5. Pause in der hinteren Bewegungsumkehr

Auswirkungen

  • geringe Kraftabgabe im Endzug
  • Boot wird abgebremst
  • Stürzen nach vorn wird begünstigt

Ursachen

  • geringe Geschwindigkeit des Innenhebels im Endzug
  • Verharren im Umkehrpunkt

Korrekturen

  • Rücklage, Blätter voll im Wasser. Ausheben ohne Drehung üben, danach Ausheben ohne Rollen mit Vorführen der Innenhebel bis zum Knie. Mit festem Sitz rudern, Oberkörper in der Rücklage fixieren, ohne Krafeinsatz und drehen, Rollen über 1/2, 3/4 auf ganze Rollbahnlänge steigern.

6. Späte Mitnahme des Oberkörpers

Auswirkungen

  • Stampfwiderstand wird erhöht
  • Stürzen nach vorn wird begünstigt
  • Boot wird abgebremst

Ursachen

  • weite Oberkörperrücklage
  • fehlender Zug am Stemmbrett
  • »Wegschießen« der Hände
  • flacher Stemmbrettwinkel
  • Drehen im Wasser

Korrekturen

  • Sitzposition korrigieren, mehr auf die Oberschenkel setzen lassen
  • Mit festem Sitz rudern, Einsatz des Oberkörpers betonen
  • Rudern mit Pause, die Schultern befinden sich während der Pause vor dem Rollsitz. Pausen allmählich verkürzen.

Freilaufphase

7. Anrollen, bevor der Oberkörper aufgerichtet ist

Auswirkungen

  • In-die-Vorlage-fallen des Oberkörpers wird begünstigt
  • geringe Vorlage und damit zu kurzer Vorderzug, da die Schultern während des Vorrollens den Rollsitz nicht überholen
  • ungleichmäßiges Vorrollen
  • Innenhebelführung wird erschwert

Ursachen

  • falsche Sitzposition auf dem Rollsitz
  • Oberkörper folgt nicht zügig den Händen nach dem Ausheben
  • weite Oberkörperrücklage
  • flacher Stemmbrettwinkel
  • tiefe Fersenauflage

Korrekturen

  • Sitzposition korrigieren, mehr auf den Oberschenkel setzen lassen
  • Rudern mit festem Sitz und betontem Einsatz des Oberkörpers
  • Rudern mit Pause, die Schultern befinden sich während der Pause vor dem Rollsitz, Pausen allmählich verkürzen

8. Ruckartiges und zu schnelles Vorrollen – »Stürzen«

Auswirkungen

  • ruckartiges Abbremsen des Rollsitzes und damit der Bootsgeschwindigkeit
  • Abducken des Oberkörpers vor dem Wasser fassen
  • ungünstiges Verhältnis von Anspannung und Entspannung

Ursachen

  • Rollsitz verharrt zu lange im hinteren Umkehrpunkt
  • langsames »Hände weg«
  • langsames Aufrichten des Oberkörpers aus der Rücklage
  • langsamer Durchzug

Korrekturen

  • Rudern mit festem Sitz und in Rücklage fixiertem Oberkörper sowie mit schnellem Vorführen der Innenhebel
  • Oberkörper wird nach Beginn des Vorführens der Hände flüssig aufgerichtet
  • Rudern nach Zählen, sofort nach dem »Hände weg« und Oberkörperaufrichten etwa 5 cm anrollen und dann balancieren
  • Durchzugsgeschwindigkeit bei geringer Schlagfrequenz steigern

9. Unruhige, ungleiche Innenhebelführung

Auswirkungen

  • Balanceschwierigkeiten
  • Schwierigkeiten bei Mannschaftszusammensetzungen
  • verkrampfen der Armbeuge- und Schultermuskulatur

Ursachen

  • beim Vorführen ist die linke Hand näher am Körper als die rechte
  • die Innenhebel sind in ihrer Höhe zu unterschiedlich
  • ungleichmäßiges Ziehen der Innenhebel im Endzug
  • falsche Dollenhöhe
  • Übergriff zu groß

Korrekturen

  • Rücklage, Blätter liegen flach auf dem Wasser, bei festem Sitz vorführen der rechten Hand, linke ruht, Luftschlag rechts
  • Schnelligkeit des Vorführens schulen, rechte Hand muss immer schneller vorgeführt als die linke Hand
  • beide Hände einsetzen und Durchzug hinzunehmen, rollen über 1/4 bis zur ganzen Rollbahnlänge steigern
  • Rücklage, Ruderer auf richtige Abstände der Innenhebel zueinander hinweisen, einzelne Ruderschläge ausführen lassen
  • Rudern mit senkrechtem Blatt
  • Rudern nach Zählen, Innenhebel beobachten lassen
  • Schlagfrequenzänderungen von 20 Schläge pro Minute auf 14 verringern, dann wieder auf 20 erhöhen, mehrmals wiederholen

10. Ruckartiges Abbremsen des Rollsitzes vor dem Wasser fassen

Auswirkungen

  • In-die-Vorlage-Fallen des Oberkörpers – »Abducken«
  • Verringerung der Geschwindigkeit durch das Auftreten von Gegenkräften
  • Bootsdurchlauf wird gestört

Ursachen

  • ruckartiges und zu schnelles Vorrollen
  • Fehler in der hinteren Umkehr
  • falsche Stemmbretteinstellung

Korrekturen

  • Rudern mit festem Sitz und in Rücklage fixiertem Oberkörper sowie mit schnellem Vorführen der Innenhebel
  • Oberkörper wird nach Beginn des Vorführens der Hände flüssig aufgerichtet
  • Rudern nach Zählen, sofort nach dem »Hände weg« und Oberkörperaufrichten etwa 5 cm anrollen und dann balancieren

11. Spätes Aufdrehen

Auswirkungen

  • verzögertes Wasser fassen mit Luftschlag
  • tiefes Tauchen des Blattes

Ursachen

  • falsche Bewegungsvorstellung
  • fehlendes Hebeln
  • Innenhebel werden zu hoch geführt, Blatt zu flach über dem Wasser

Korrekturen

  • Schlagfolgen mit Balanceübungen, Balancierpause verkürzen, mit senkrechtem Blatt üben
  • aus der Rücklage aushebeln und vorführen der Blätter mit dosiertem und kontrolliertem Wasser fassen ohne Durchzug, dabei nur Blatt tauchen

12. In-die-Vorlage-Fallen des Oberkörpers – »Abducken«

Auswirkungen

  • Luftschlag
  • Vergrößerung des Stampfwiderstandes
  • Verringerung der Geschwindigkeit

Ursachen

  • ruckartiges Abbremsen des Rollsitzes
  • falsche Stemmbretteinstellung
  • anrollen, bevor der Oberkörper aufgerichtet ist

Korrekturen

  • Aus der Rücklage ausheben und Oberkörper den Händen folgen lassen und erst anrollen, wenn die Hände das Stemmbrett erreicht haben
  • Rudern mit festem Sitz und in Rücklage fixiertem Oberkörper sowie mit schnellem Vorführen der Innenhebel
  • Oberkörper wird nach Beginn des Vorführens der Hände flüssig aufgerichtet
  • Rudern nach Zählen, sofort nach dem »Hände weg« und Oberkörperaufrichten etwa 5 cm anrollen und dann balancieren

Vordere Bewegungsumkehr

13. Nachstrecken des Oberkörpers in die Vorlage

Auswirkungen

  • verzögertes Wasser fassen
  • Anreißen des Oberkörpers und/oder »Kiste schieben« wird begünstigt

Ursachen

  • ungenügendes Öffnen der Hände (Skull)
  • ungenügendes Vorrollen (Kniewinkel offen)
  • falsche Stemmbretteinstellung

Korrekturen

  • Aus der Rücklage aushebeln und Oberkörper den Händen folgen lassen. Erst anrollen, wenn die Hände das Stemmbrett erreicht haben.
  • Mit festem Sitz rudern, Oberkörper in der Rücklage fixieren, die Innenhebel schnell vorführen.
  • Oberkörper nach Beginn des Vorführends der Hände flüssig aufrichten.
  • Rudern nach Zählen. Sofort nach »Hände weg« und Oberkörper aufrichten etwa 5 cm anrollen, danach balancieren.

14. Pause in der vorderen Bewegungsumkehr

Auswirkungen

  • verzögertes Wasser fassen mit Luftschlag
  • Vorspannung verlieren
  • Boot abbremsen

Ursachen

  • nach vorn stürzen
  • spätes Aufdrehen
  • Oberkörpers in die Vorlage nachstrecken

Korrekturen

  • Aus der Rücklage aushebeln und den Oberkörper den Händen folgen lassen. Erst anrollen, wenn die Hände das Stemmbrett erreicht haben.
  • Mit festem Sitz rudern, Oberkörper in der Rücklage fixieren, die Innenhebel schnell vorführen.
  • Oberkörper nach Beginn des Vorführends der Hände flüssig aufrichten.
  • Rudern nach Zählen. Sofort nach »Hände weg« und Oberkörper aufrichten etwa 5 cm anrollen, danach balancieren.

15. Geringe Vorlage

Auswirkungen

  • kurze Wasserarbeit
  • geringer Vortrieb

Ursachen

  • falsche Stemmbretteinstellung
  • Hände zu gering geöffnet
  • Oberkörperhaltung zu aufrecht
  • Kniewinkel zu groß
  • Oberkörper verharrt nach dem »Hände weg« zu lange in der Rücklage

Korrekturen

  • Stemmbretteinstellung ändern
  • Einen einzelnen Ruderschlag ausführen aus der Vorlage, nach dem »Hände weg« in der 90°-Stellung der Skulls »Ruder halt«, mehrmals üben, dann Rudern nach Zählen (aus dem Vorrollen Wasserfassen, sauber ausheben mit betont schnellem Hände-weg-vor-die-Knie, Pause in der 90°-Stellung der Skulls, ausbalancieren, nach Zählen anrollen und Wasser fassen.
  • Mit festem Sitz rudern, extreme Vorlage, Arme natürlich strecken, Kopf normal halten.

16. Extreme Vorlage

Auswirkungen

  • begünstigt fehlende Entspannung des Körpers zwischen Stemmbrett und Innenhebel – »Kiste schieben«
  • Stampfwiderstand wird vergrößert

Ursachen

  • ruckhaftes Abbremsen des Rollsitzes vor dem Wasser fassen
  • falsche Stemmbretteinstellung
  • weit geöffnete Knie in der Vorlage
  • Kniewinkel zu spitz (überrollt)
  • tiefes Abducken des Oberkörpers

Korrekturen

  • Rudern nach Zählen, Betonung liegt nach ruhigem Rollen auf schnellem Wasserfassen aus dem Vorrollen heraus.
  • Rudern auf halber Rollbahn mit geringer Schlagfrequenz allmählich auf ganze Rollbahnlänge steigern, auf geschlossene Knie orientieren

17. Unsymmetrische Vorlage

Auswirkungen

  • Schwierigkeiten mit der Balance
  • Ruderwinkel beim Wasser fassen unterschiedlich
  • Boot giert
  • Boot rollt

Ursachen

  • Arme werden ungleich geöffnet
  • Handhaltung im Durchzug fehlerhaft
  • Übergriff zu groß

Korrekturen

  • Balanceübungen
  • aus der Rücklage bei festem Sitz »Hände weg« und balancieren
  • aus der Rücklage bei festem Sitz »Hände weg« und anrollen
  • aus der Rücklage bei festem Sitz »Hände weg«, anrollen und einen Schlag rudern
  • Rudern nach Zählen, Pause betonen
  • gleiche Umkehrpunkte anstreben, beide Skullvorlagen am Boot markeiren

18. Griffhaltung fehlerhaft

Auswirkungen

  • Unterarmmuskultaur verkrampft
  • Kraftübertragung ungünstig

Ursachen

  • lösen im Freilauf
  • Hebeln fehlerhalf
  • Zugrichtung fehlerhaft

Korrekturen

  • am Innenhebel markieren
  • Die richtige Handhaltung aus der Rücklage beachten. Einzelne Schläge mit senkrechtem Blatt beim Vorrollen ausführen. Schläge mit blattbreitem Wasserabstand beim Vorrollen üben – mit verkürzter bis lange Rollbahn.

19. Kopfhaltung fehlerhaft

Auswirkungen

  • Abducken des Oberkörpers mit Luftschlag
  • früher Oberkörpereinsatz

Ursachen

  • Kopf wird nicht achsengerecht gehalten

Korrekturen

  • Kopf achsengerecht halten, aus der Rücklage aushebeln und Oberkörper den Händen folgen lassen. Erst anrollen, wenn die Hände das Stemmbrett erreicht haben.
  • Mit festem Sitz rudern, Oberkörper in der Rücklage fixieren, die Innenhebel schnell vorführen.
  • Oberkörper nach Beginn des Vorführends der Hände flüssig aufrichten.
  • Rudern nach Zählen. Sofort nach »Hände weg« und Oberkörper aufrichten etwa 5 cm anrollen, danach balancieren.

20. Innenhebel hereindrücken

Auswirkungen

  • Luftschlag
  • kurzer Vorderzug mit tiefem Eintauchen der Blätter
  • Vortrieb wird verringert

Ursachen

  • Balanceschwierigkeiten
  • verkrampfter Schultereinsatz (mangelnde Beweglichkeit im Schultergelenk)
  • falsche Trimmung

Korrekturen

  • Balanceübungen
  • Übungen zur Schulung der Beweglichkeit des Schultergürtels beim Landtraining
  • Rudern mit festem Sitz in Zeitlupe ohne Krafteinsatz mit einem Skull, dabei vorführen der Innenhebel, ohne beim Aufdrehen mit der Blattkante vom Wasser wegzugehen, anschließend Beginn des Durchzugs mit Fallenlassen der Skulls
  • Übung wie oben mit beiden Skulls, Bewegungsablauf und Krafteinsatz
  • Fallenlassen der Skulls und Durchzug verschmelzen zu einer Bewegung
  • Rollen über 1/4, 1/2, 3/4 Rollbahn bis zur vollen Rollbahnlänge steigern

Durchzugsphase

21. Zu stark bzw. vorzeitig gebeugte Arme – »Hasenhaltung«

Auswirkungen

  • kurzer Vorderzug
  • tiefes Eintauchen der Blätter beim Wasser fassen
  • Nachgeben der Arme im Vorder- bzw. Mittelzug
  • später Einsatz des Oberkörpers und damit Tendenz zum »Kiste schieben«

Ursachen

  • fehlende Armstreckung im Freilauf
  • Arme werden beim Wasser fassen angewinkelt

Korrekturen

  • Balanceübungen
  • aus der Rücklage bei festem Sitz »Hände weg« und balancieren
  • aus der Rücklage bei festem Sitz »Hände weg« und anrollen
  • aus der Rücklage bei festem Sitz »Hände weg«, anrollen und einen Schlag rudern
  • Rudern nach Zählen, Pause betonen
  • fester Sitz, durchschwimmen lassen der Blätter mit natürlich gestreckten Armen beim Beginn des Schlags und richtigem Oberkörpereinsatz, Krafteinsatz und Rollbahnlänge allmählich steigern.

22. Übermäßiges Anheben der Arme beim Wasser fassen

Auswirkungen

  • tiefes Eintauchen der Blätter beim Wasser fassen
  • hartes Wasser fassen
  • vertikale und nicht horizontale Zugrichtung
  • begünstigt das nicht volle Aufdrehen der Blätter

Ursachen

  • verkrampfter Arm-Schulter-Einsatz
  • falsche Bewegungskoordination
  • falsche Trimmung

Korrekturen

  • Rudern ohne Krafteinsatz, dabei die Hände nur auf die Innenhebel auflegen und die Blätter durchschwimmen lassen
  • bei festem Sitz in Vorlage: Drehbewegung mit Aufklappen der Handgelenke üben, Unterarme und Handrücken müssen eine Linie bilden
  • Rudern mit senkrechtem Blatt, über festem Sitz 1/4, 1/2, 3/4 Rollbahn bis zur vollen Rollbahnlänge üben
  • bei festem Sitz in Vorlage: fallenlassen der Blätter aus geringer Entfernung zur Wasseroberfläche, anschließend sofortiger Durchzug bei natürlich gestreckten Armen durch den Oberkörpereinsatz; gleiche Übung bei 1/4, 1/2, 3/4 und ganzer Rollbahn und normalen Armeinsatz

23. Nachgeben in der Hüfte und im Oberkörper – »Kiste schieben«

Auswirkungen

  • geringer Vortrieb
  • begünstigt zu geringe Rücklage und »Überreißen« des Oberkörpers im Endzug
  • uneffektive Kraftübertragung durch mangelnde Koordination der Teilkörperbewegungen

Ursachen

  • mangelnde Einspannung des Körpers zwischen Stemmbrett und Innenhebel
  • extreme Vorlage
  • schwach entwickelte Rumpfmuskulatur
  • Balanceschwierigkeiten

Korrekturen

  • Stemmbrett in Richtung Bug verstellen
  • Rudern mit festem Sitz und gestreckten Armen, Aufrichten des Oberkörpers betonen
  • Rudern mit ganzer Rollbahnlänge, Aufrichten des Oberkörpers ohne Krafteinsatz der Beine fordern
  • verstärktes allgemeines Krafttraining, Anteil der Übungen für die Rumpfmuskulatur erhöhen
  • nach fünf harten Schlägen halt, 30 s Balance, Rudern nach Zählen, Balancebetonung

24. Früher Einsatz des Oberkörpers

Auswirkungen

  • geringer Vortrieb
  • uneffektive Kraftübertragung durch mangelnde Koordination der Teilkörperkräfte, Nichtausnutzen der konditionellen Voraussetzungen der Beinstreckmuskulatur
  • begünstigt das Über-den-Innenhebel-fallen des Oberkörpers im Endzug

Ursachen

  • Ruderer beginnt vor dem Wasser fassen mit dem Aufrichten des Oberkörpers
  • Kopf wird vor dem Wasser fassen in den Nacken geworfen

Korrekturen

  • Beinstoß aus der Vorlage dynamisch auszuführen, über einen Schlag bis fünf Schläge steigern
  • Rudern nach Zählen, auf Vorziehen des Oberkörpers nach dem Ausheben orientieren, nach der Zählpause in vorgezogener Oberkörperhaltung bis zum Wasser fassen vorrollen
  • aus weiter Vorlage einen Schlag ausführen, Ruder halt, neuer Schlag aus weiter Vorlage

25. Fehlender Armeinsatz im Mittelzug

Auswirkungen

  • überreißen im Endzug
  • fehlender Schultereinsatz im Endzug
  • »Tanzen« des Blattes im Wasser
  • schlechte Koordination der Teilkörperkräfte
  • geringer Vortrieb

Ursachen

  • überstreckte Arme im Vorderzug
  • angewinkelte Arme im Vorderzug
  • schwach entwickelte Armbeuge- und Schultermuskulatur

Korrekturen

  • Blätter bei richtigem Bewegungsablauf ohne Krafteinsaz im Durchzug schwimmen lassen, Krafteinsatz allmählich steigern.
  • Rudern mit festem Sitz, Wasser fassen mit angebeugten Armen, Rollen über 1/4, 1/2, 3/4 auf ganze Rollbahnlänge steigern, danach auf natürlich gestreckte Arme beim Wasser fassen orientieren.
  • Kräftigen der Armbeuge- und Schultermuskulatur im allgemeinen Krafttraining, Wiederholungszahlen und Zusatzlasten erhöhen.

26. Vorzeitiger Armeinsatz im Mittelzug

Auswirkungen

  • Beeinträchtigung des Endzugs
  • Verringerung des Vortriebs
  • Verkrampfen der Armbeugemuskulatur
  • schlechte Koordination der Teilkörperkräfte

Ursachen

  • Wasser fassen mit gebeugten Armen

Korrekturen

  • Blätter bei richtigem Bewegungsablauf ohne Krafteinsaz im Durchzug schwimmen lassen, Krafteinsatz allmählich steigern.
  • Rudern mit festem Sitz, Wasser fassen mit angebeugten Armen, Rollen über 1/4, 1/2, 3/4 auf ganze Rollbahnlänge steigern, danach auf natürlich gestreckte Arme beim Wasser fassen orientieren.

27. Hochziehen der Schultern im Mittelzug

Auswirkungen

  • Verkrampfen der Armbeuge- und Schultermuskulatur
  • »Abtauchen« der Blätter, Bogenzug des Innenhebels
  • ungenügende Rücklage und Über-den-Innenhebel-Fallen im Endzug
  • Verringerung des Vortriebs

Ursachen

  • starker Armeinsatz bei verkrampften Schultern
  • ungenügende Einspannung der Rückenmuskulatur
  • falsche Kopfhaltung, Kopf zeigt in Richtung Stemmbrett und nicht über Heck
  • falsche Trimmung

Korrekturen

  • Beobachten lassen, wie Blatt ohne Krafteinsatz durchschwimmt, Innenhebel beobachten, dann bei festem Sitz und geringem Krafteinsatz Durchzug mit einem Skull, danach das andere Skull, dann beide einsetzen
  • Üben mit festem Sitz beginnen, bis zur vollen Rollbahnlänge ausbauen, Krafteinsatz allmählich steigern
  • Rudern mit festem Sitz ohne Krafteinsatz und mit natürlich gestreckten Armen sowie lockeren Schultern, horizontale Zugebene der Innenhebel anstreben
  • Rollbahnlänge allmählich steigern
  • Rudern mit festem Sitz und gestreckten Armen sowie extremer Vorlage, Einsatz des Oberkörpers (Rückenmuskulatur) beim Durchzug besonders betonen
  • bestimmte Anzahl von Ruderschlägen mit Blick über Heck (bestimmten Punkt benennen) absolvieren
  • Anzahl der Schläge beim Erfüllen der Forderung allmählich erhöhen

28. Ungleiche Beinstreckung

Auswirkungen

  • »Tanzen« der Blätter – ungleichmäßiger Druckaufbau am Blatt
  • Verringerung des Vortriebs

Ursachen

  • ungleichmäßiger Krafteinsatz der Hüft- und Beinstreckmuskulatur
  • zu früher Einsatz des Oberkörpers im Vorderzug

Korrekturen

  • Rudern mit 1/4, 1/2 und 3/4 Rollbahn zur vollen Rollbahnlänge steigern, auf dynamischen Beinstoß orientieren
  • aus der Vorlage Beinstreckung dynamisch ausführen, über einen Schlag bis auf fünf Schläge steigern, harten Durchzug fordern
  • Rudern nach Zählen, auf dynamische Beinstreckung orientieren

29. Frühes Abbrechen des Durchzugs

Auswirkungen

  • »Auswaschen« im Endzug
  • fehlender Endzug
  • uneffektiver Schlagaufbau
  • Verringerung des Vortriebs

Ursachen

  • ungenügender Schultereinsatz
  • Blatt wird im Wasser gedreht
  • Schlag wird vor dem Körper abgebrochen
  • Innenhebel werden auf die Oberschenkel herabgezogen
  • Blatt bleibt beim Ausheben im Wasser hängen – »Krebs«
  • zu langsames »Hände weg« im Mannschaftsboot, deshalb vorzeitiges Abbrechen des Schlags, um Rhythmus zu halten

Korrekturen

  • Aus der Rücklage, Innenhebel daumenbreit vom unteren Rippenbogen entfernt, einen Ruderschlag ausführen, Ruder halt, neuen Ruderschlag aus der Rücklage beginnen. Hinweis Schwimmlage der Blätter bei daumenbreiten Abstand der Innenhebel zum untersten Rippenbogen beachten.
  • Rudern mit festem Sitz, Überkörper in Rücklage fixieren, üben der letzten Durchzugsphase, Innenhebel bis auf Daumenbreite zum unteren Rippenbogen führen.
  • Rücklage, Blätter voll getaucht, Daumen berühren untere Rippenbögen, üben des Aushebelns ohne Durchzug, Aushebeln ohne Rollen mit Vorführen der Innenhebel bis zum Knie üben. Rudern mit festem Sitz ohne Krafteinsatz, Rollen über 1/4, 1/2 bis zur vollen Rollbahnlänge steigern, dabei auf senkrechtes Ausheben achten, rudern mit senkrechtem Blatt.
  • Rücklage, Blätter voll im Wasser, aushebeln, vorführen der Innenhebel ohne rollen bis zum Knie, Luft-schlag, Stopp, neuer Zyklus.
  • Rudern mit festem Sitz und senkrechtem Blatt, Schlagefrequenzsteigerungen bis auf 40 bis 50 Schläge pro Minute einstreuen
  • Rudern nach Zählen. Aus dem Vorrollen Wasser fassen, sauberes Ausheben mit betont schnellem »Hände weg«, Pause in der 90°-Stellung der Skulls, dann neuer Zyklus.
  • Rudern nach Zählen, Innenhebel betont schnell ausheben und vorführen
  • Üben der Startschläge erster bis vierter Schlag
  • Steigerung der Schlagfrequenz im Ausdauertraining einstreuen (5 bis 10 Schläge)

30. Überreißen des Oberkörpers im Endzug – ruckhafter Oberkörpereinsatz

Auswirkungen

  • Oberkörper fällt über Innenhebel
  • Auftreten von Gegenkräften
  • Verringerung des Vortriebs

Ursachen

  • Vorder- und Mittelzug zu schwach
  • »Kiste schieben« im Vorder- und Mittelzug

Korrekturen

  • Aus der Rücklage, Innenhebel daumenbreit vom unteren Rippenbogen entfernt, einen Ruderschlag ausführen, Ruder halt, neuen Ruderschlag aus der Rücklage beginnen. Hinweis Schwimmlage der Blätter bei daumenbreiten Abstand der Innenhebel zum untersten Rippenbogen beachten.
  • Rudern mit festem Sitz, Überkörper in Rücklage fixieren, üben der letzten Durchzugsphase, Innenhebel bis auf Daumenbreite zum unteren Rippenbogen führen.
  • Rücklage, Blätter voll getaucht, Daumen berühren untere Rippenbögen, üben des Aushebelns ohne Durchzug, Aushebeln ohne Rollen mit Vorführen der Innenhebel bis zum Knie üben. Rudern mit festem Sitz ohne Krafteinsatz, Rollen über 1/4, 1/2 bis zur vollen Rollbahnlänge steigern, dabei auf senkrechtes Ausheben achten, rudern mit senkrechtem Blatt.
  • Rücklage, Blätter voll im Wasser, aushebeln, vorführen der Innenhebel ohne rollen bis zum Knie, Luft-schlag, Stopp, neuer Zyklus.
  • Rudern mit festem Sitz und senkrechtem Blatt, Schlagefrequenzsteigerungen bis auf 40 bis 50 Schläge pro Minute einstreuen
  • Rudern nach Zählen. Aus dem Vorrollen Wasser fassen, sauberes Ausheben mit betont schnellem »Hände weg«, Pause in der 90°-Stellung der Skulls, dann neuer Zyklus.
  • Rudern nach Zählen, Innenhebel betont schnell ausheben und vorführen
  • Üben der Startschläge erster bis vierter Schlag
  • Steigerung der Schlagfrequenz im Ausdauertraining einstreuen (5 bis 10 Schläge)

31. Schiefschwingen des Oberkörpers

Auswirkungen

  • ungleichmäßiger Schlagaufbau
  • ungleichmäßige Wasserarbeit zwischen Back- und Steuerbord

Ursachen

  • falsche Trimmung
  • unterschiedlicher Krafteinsatz und Schlagweite zwischen Back- und Steuerbord
  • Kopf wird schief gehalten

Korrekturen

  • Die Hand, von deren Seite weggeschwungen wird, greift auf dem Innenhebel weiter zur Dolle hin.
  • Rudern mit schleifenden Blättern und festem Sitz, allmählich auf volle Rollbahnlänge steigern.
  • Vorlagewinkel beider Skulls an der Bordwand markieren.
  • Fester Sitz, achsengerechte (gerade) Kopfhaltung, die Blätter bis zum Körper ohne Krafteinsatz schwimmen, allmählich Rollbahnlänge und Krafteinsatz steigern.

32. Oberkörper fällt über den Innenhebel

Auswirkungen

  • Schlag wird nicht voll ausgezogen
  • Gegenschwung des Oberkörpers
  • Verringerung des Vortriebs

Ursachen

  • fehlender Oberkörpereinsatz
  • Kopf zeigt in Richtung Stemmbrett
  • Überreißen des Oberkörpers im Endzug
  • »Hände weg« zu langsam
  • Rücken im Bereich der Brustwirbelsäule zu stark gebeugt
  • zu schwach entwickelte Rumpfmuskulatur

Korrektur

  • Rudern mit festem Sitz und in Rücklage fixierten Oberkörper, ohne Krafteinsatz beginnen, über Heck einen bestimmten Punkt anvisieren, Krafteinsatz allmählich steigern, normalen Oberkörperschwung ausführen lassen, Rollen allmählich bis zur vollen Rollbahnlänge steigern.
  • Rudern mit festem Sitz ohne Krafteinsatz, jede ruckartige Bewegung des Oberkörpers vermeiden, Oberkörpereinsatz im Vorder- und Mittelzug besonders betonen, Rollen allmählich bis zur vollen Roll-bahnlänge steigern.
  • Verstärkte Kräftigung der Rumpfmuskulatur im allgemeinen Krafttraining.

33. Weites Abspreizen der Ellbogen und mangelnder Schultereinsatz

Auswirkungen

  • unzweckmäßige Muskelkoordination
  • geringe Kraftabgabe im Endzug
  • Verringerung des Vortriebs
  • kurzer Durchzug

Ursachen

  • falsche Zugrichtung
  • Hand abwinkeln
  • Innenhebel vorbei ziehen
  • falsche Trimmung
  • geringe Rücklage

Korrektur

  • Fester Sitz, Oberkörper in Rücklage fixiert, Schultern werden bei angewinkelten Armen während des Endzugs zurückgeführt, mehrmals üben, dann Oberkörper normal einsetzen, abschließend Rudern mit voller Rollbahnlänge.
  • Üben einzelner Schläge, Handgelenk und Unterarm bilden eine Linie, Ellbogen werden hinter den Körper geführt – verkürzte bis lange Rollbahn.

Literatur

  • Altenburg, D. (1987). Rudertechnische Ausbildung für Kinder und Jugendliche. In T. Körner & P. Schwanitz (Red.), Rudern: Ein Lehrbuch für Trainer, Übungsleiter und Aktive (S. 116–133) (2. Aufl.). Berlin: Sportverlag.
  • Altenburg, D., Mattes, K. & Steinacker, J. (2013). Handbuch Rudertraining. Technik – Leistung – Planung (2. korr. Aufl.). Wiebelsheim: Limpert.
  • Brockmann, G. & Reimers, G. (1994). Fehleranalyse und Fehlerkorrektur beim Rudern. Kiel: Ruderverband Schleswig-Holstein.
  • Redgrave, S. (1992). Complete Book of Rowing. London: Partridge Press.

Anzeige