Wir möchten an dieser Stelle einige Stationen der Ruderanfängerausbildung im Skiff mit Bildern zeigen. Sie sollen und können nur einen groben Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten geben.

Vorbereitung an Land

Tragen der SkullsTragen der Skulls
Nach der Eintragung ins Fahrtenbuch kann es endlich losgehen. Die Skulls werden zum Steg getragen und dort bruchsicher gelagert. Beim Tragen der Skulls sind die Blätter nach vorn gerichtet, damit wir diesen empfindlichen Teil stets im Blick haben.

Tragen des SkiffsTragen des Skiffs
Nachdem die Skulls bereits am Steg liegen, kann das Boot aus der Halle getragen werden. Im Anfängerbereich sollte es zu zweit getragen werden. Das Boot sollte nicht an den Enden getragen werden, damit es nicht durchschwingen kann. Das Skiff wird parallel zum Steg ins Wasser gesetzt.

Einlegen SkullEinlegen des landseitigen Skulls
Nach dem Schließen der Luftkästen und dem Öffnen der landseitigen Dolle wird zuerst das landseitige Skull, zur Stabilisierung des Boots am Steg, eingelegt. Das Skull wird dazu an der schmalsten Stelle des Schaftes – dem Blatthals – in die Dolle eingesetzt und mit dem Klemmring bis zur Dolle geführt. Dabei ist auf Steuerbord und Backbord („Ruderer rudern rechts rot“) und auf die heckwärtige Richtung der Dolle („Dolle zeigt zu den Füßen“, „wie eine Fahne im Wind“) zu achten. Außerdem sollte die Blattwölbung nach oben zeigen, damit der Lack nicht zerkratzt (es gibt immer noch Holzskulls…). Die Dolle wird nun zugeschraubt. Die Bezeichnung der einzelnen Teile ist auf der Seite Bootskunde zu finden …

Einlegen Skull 2Einlegen des wasserseitigen Skulls
Nun wird die wasserseitige Dolle geöffnet (kann allerdings schon auf Böcken an Land erledigt werden). Das zweite Skull wird daraufhin eingelegt. Es kann bis zum Einsteigen quer über die Bootswände gelegt werden, damit das Boot stabil am Steg liegt.

Einsteigen ins Boot

EinsteigenEinsteigen ins Boot
Der wasserseitige Fuß ist beim Einsteigen nur auf das Trittbrett zu setzen, dabei befindet sich der Rollsitz hinter der Ferse. Die wasserseitige Hand greift beide Skulls so, daß sich nur die Griffenden berühren (Scharniergriff), denn dieser Griff ist auch von kleinen Kinderhänden möglich. Außerdem bietet die Innenhebelstellung reichlich Platz, um mit dem landseitigen Bein bequem einzusteigen. Die Blätter sollten dabei leicht heckwärts angekantet sein, damit sie beim Abstoßen über das Wasser gleiten und nicht gleich „absaufen“. Mit dem landseitigen Fuß können sich die Anfänger vom Steg abstoßen, während die landseitige Hand am Ausleger greift. Diese Art des Einsteigens kann also gleich als Bewegungsaufgabe gestellt werden, das sollte aber nicht das erste Einsteigen überhaupt sein. Hier sollten die Betreuer helfen.

Stemmbrett einstellenEinstellen des Stemmbretts
Das Einstellen des Stemmbretts erfolgt auf dem Wasser. Dabei werden die Innenhebel der Skulls zwischen Bauch und Oberschenkel bei flachgestelltem Blatt fixiert, während die Füße locker auf dem Ausleger liegen. In dieser Stellung haben wir nun beide Hände frei zum Verstellen des Stemmbretts. Dieses sollte so eingestellt werden, dass in der Auslage die Unterschenkel etwa senkrecht zum Boot stehen. Im Endzug sollen die Hände bequem zum Oberkörper gezogen werden können, dass genügend Raum zum Aufdrehen der Skulls bleibt.

SicherheitsstellungSicherheitsstellung
Die Blätter liegen flach auf dem Wasser und die Skulls sind senkrecht zur Bordwand. Dabei sitzen unsere Anfänger mit locker gestreckten Beinen im Boot und halten die Skulls etwa über den Knien.

Balanceübungen

BalanceBalanceübungen
Wir können nun unseren Anfängern einige Aufgaben zur Balancesicherung stellen – falls sie damit noch nicht selbst angefangen haben:
Schaukeln
Die Blätter liegen flach auf dem Wasser. Das Boot wird zum Schaukeln gebracht, indem die Innenhebel abwechselnd auf- und abbewegt werden.

KippenKippen
Die beiden Innenhebel der flach gedrehten Blätter werden ins Boot gedrückt (Griffe zu den Füßen) und mit Hilfe des Oberkörpers wird das Boot von einer Seite zur anderen gekippt.

GewichtsverlagerungGewichtsverlagerung
Das Gewicht des Ruderers wird auf ein flachgedrehtes Skull verlagert, der Griff wird dabei auf den Oberschenkel gedrückt. Einseitiges Rudern ist möglich (Kursänderung durch Gewichtsverlagerung).

BlattlageErfühlen der Blattlage
Das frei schwimmende Blatt wird senkrecht gestellt. nun kann mit einer Hand das Skull leicht zum Körper gezogen werden. Damit soll die richtige Blattlage im Wasser sowie der Weg des Blatts durch das Wasser erfühlt werden. Dabei ist auf die richtige Handhaltung zu achten: Nur die Finger greifen am Griff, die Handinnenfläche berührt nicht den Griff und das Handgelenk bleibt gerade (Hand und Unterarm bilden also eine Gerade).

Vorwärts- und Rückwärtsrudern

VorwaertsrudernVorwärtsrudern
Je nach motorischen Fertig- und Fähigkeiten unserer Anfänger können sie das Vorwärtsrudern selbst erfahren. Dabei sind verschiedene Schritte vom einseitigen Vorwärtsrudern bis zum beidseitigen Vorwärtsrudern unter ständiger Verlängerung des Rollwegs denkbar. Dabei sollte stets auf die Handhaltung geachtet werden, denn das Auf- und Abdrehen der Blätter ist noch ungewohnt. Auch Aufgaben zur Richtungsänderung durch Überziehen oder Zielrudern sind möglich. In der Auslage (Beine gebeugt, Arme lang) können die Blätter zur Kontrolle des Griffs senkrecht gesetzt werden.

StoppenStoppen
Bevor Euch die Anfänger davon rudern, sollte frühzeitig das Abbremsen aus der Vorwärtsfahrt geübt werden. Wir wollen zunächst das „weiche“ Stoppen ausprobieren. Dabei wird nach dem Durchzug die Sicherheitsstellung eingenommen und die Blätter gleiten über das Wasser. Sie werden nun stetig bugwärts angekantet bis sie schließlich senkrecht im Wasser stehen.

RueckwaertsrudernRückwärtsrudern
Nicht nur wenn es eng wird beim Übungsbetrieb, sondern auch für die Wende benötigen wir das Rückwärtsrudern. Der Übungsweg kann ähnlich wie beim Vorwärtsrudern sein. Das Rückwärtsrudern beginnt in der Rücklage (Beine lang, Arme am Körper), dabei sind die Blattwölbungen heckwärts gedreht. Den Anfängern könnt ihr nun verschiedene Bewegungsaufgaben stellen.

Bewältigung von Situationen

Wellen abreiten
Die Anfänger können nun schon Vorwärts- und Rückwärtsrudern, Wenden und Stoppen sowie das Boot mit den Innenhebeln ausbalancieren, deswegen brauchen sie vor Wellen eines Schiffes keine Angst haben. Sie stellen sich dazu in der Sicherheitsstellung parallel zu den Wellen des Schiffes (das habt ihr ihnen ja auch vorher erklärt) und halten wegen des Sogs genügend Abstand vom Schiff aber auch vom Ufer.

ZielrudernZielrudern
Zur spielerischen Festigung der verschiedenen Elemente können einige Zielruderübungen eingestreut werden, wie zum Beispiel nach einem Ball im Wasser greifen. Aber auch ein Frisbeespiel mit mehreren Ruderern ist möglich.

FliegenFliegen
Beim „Fliegen“ werden die Blätter frei vom Wasser balanciert. Dabei kann das Boot vorher Fahrt aufgenommen haben oder stehen.

StandwaageStandwaage
Bei der Standwaage steht ein Fuß auf dem Trittbrett und die gegenseitige Hand greift die Griffenden, dabei sind die Blätter flach auf dem Wasser. Nun werden Arm und Bein bis zur Waagerechten angehoben.

Kenterung

Stehen im BootKenterungStehen im Boot
Auch das Aufstehen im Boot kann bei badewarmen Wasser ausprobiert werden. Zunächst mit beiden Füßen auf das Trittbrett, dann aufstehen. Eine Hand hält die Skulls fest … dann einfach die Skulls loslassen … und dann das Unvermeidbare?!

EinsteigenEinsteigen nach KenterungKenterung
Auch das Einsteigen im Wasser nach einer Kenterung (sogenanntes negatives Feedback) sollte geübt werden. Zum Einsteigen werden die Skulls senkrecht zur Bordwand geführt (Blätter sind flach zum Wasser gedreht), die Skulls mit einer Hand gegriffen, mit der anderen Hand aufstützen, den Oberkörper übers Boot bringen und dann mit einem Bein überschwingen wie beim Aufsteigen auf ein Fahrrad. Wie beim Reitsitz ist der Anfänger wieder im Boot. Nun kann der Rudertörn weitergehen …

RettungAnschwimmen
Sollte der gekenterte Ruderer von der Wassertemperatur überrascht sein, sich bei der Kenterung verletzt haben oder in Panik geraten, so sollte der Übungsleiter unverzüglich anschwimmen. Dabei nähert er sich dem Verunglücktem von der anderen Bootsseite und zieht ihn mit beiden Armen über den Bootsrumpf. Danach wird an Land geschwommen. Wir empfehlen dringend jedem Trainer, einen Rettungsschwimmkurs zu absolvieren!

Anlegen und Bootspflege

Anlegen 1Anlegen 2Anlegen
Zum Anlegen sollen sich die Anfänger rechtzeitig umsehen, um den Steg im richtigen Winkel (wobei jeder Verein hier einen eigenen Winkel bevorzugt, der jedoch von Strömung, Wind und vom Steg abhängt) anzurudern. Eine Möglichkeit zum Anlegen ist, parallel den Steg anzurudern, rechtzeitig das Rudern zu beenden, mit der wasserseitigen Hand beide Griffenden zu greifen und mit der landseitigen Hand am Steg zu fassen. Die auf dem Wasser schleifenden Skulls stabilisieren das Boot und beide haben auch während des Aussteigens Wasserkontakt.

BootspflegeBootspflege
Auch die gründliche Bootspflege gehört zum Rudern, egal ob Beginner oder Profi. Mit einem ausgespültem feuchten Lappen wird über das Boot gewischt. Die Dollen werden geschlossen und die Luftkastendeckel zur Entlüftung geöffnet. Nachdem Boot und Skulls wieder an ihrem Platz in der Bootshalle sind, wird die Fahrt natürlich noch im Fahrtenbuch ausgetragen.

Idee und Gestaltung: Andreas König und Ulf Hallmann
Aufnahmen: Ruderverein am Gymnasium Hankensbüttel
Fotos: Ulf Hallmann und Jens Breidenbach