Eider

Die Eider ist mit ihren 202 km Länge nicht nur der längste Fluss Schleswig-Holsteins. Zusammen mit der Levensau bildete sie jahrhundertelang die Grenze des Heiligen Römischen Reichs nach Norden, die Grenze zwischen den Herzogtümern Schleswig und Holstein und die Grenze zwischen den Nordfriesen und den Dithmarschern. Als solche war sie Schauplatz vieler Kämpfe. Schon in frühgeschichtlicher Zeit spielte sie eine bedeutende Rolle als Verbindung zwischen Nord- und Ostsee zur Vermeidung des gefährlichen Weges um Kap Skagen, zunächst über ihren größten Nebenfluß, die Treene, nach Hollingstedt und Rheide, von wo die Güter über die schmale Landenge an die Schlei (Handelsstadt Slisawik und Haithabu) transportiert wurden. Eider bei Wikipedia

Streckenbeschreibung Strohbrück – Westensee

Die Obereider (Westensee)

Während unter der Bezeichnung Obereider normalerweise der ganze Oberlauf der Eider bis Rendsburg hinab verstanden wird, soll hier nur der Flusslauf bis Strohbrück und der Westensee beschrieben werden. Auf die besondere Beschreibung des Nord-Ostsee-Kanals wird in diesem Zusammenhang hingewiesen. Ruderboote befahren die Obereider von Kiel und Rendsburg auf dem Nord-Ostsee-Kanal kommend bis zum Westensee. Dieser buchtenreiche und teilweise von Wald umsäumte See ist von besonderer landschaftlicher Schönheit. Seine hügeligen Ufer sind Naturschutzgebiet und gehören zum »Naturpark Westensee«.

Der Westensee ist an seiner tiefsten Stelle etwa 20 m tief. Wer ständig auf dem Westensee rudern, paddeln, surfen oder segeln möchte, muss Mitglied im Ruder- und Segelverein Westensee e.V. (RSVW) sein. Der RSVW hat eine Vereinbarung mit den See-Eigentümern zum Befahren getroffen. Es werden Seenutzungsgebühren fällig. Die Aufnahme in den Verein kann nur Personen gewährt werden, die in einer Anliegergemeinde des Sees einen Wohnsitz haben. Nach Auskunft des RSVW darf der Westensee auf direktem Weg kostenfrei durchrudert werden.
Es gibt Sperrgebiete auf dem Westensee, die nicht befahren werden dürfen. Außerdem ist zum Uferbereich ein Mindestabstand von 50 m einzuhalten. Motorboote sind verboten.

0 Schleuse Strohbrück (→ Nord-Ostsee-Kanal km 85,7), die Schleuse ist 2001 stillgelegt worden. Dahinter l Abzweig des Werkkanals zum Turbinenhäuschen. Beginn des 3 km langen Ringkanals bzw. Achterwehrer Schifffahrtskanals, der den NOK mit der Eider verbindet.
Es besteht die Möglichkeit, die Boote vom Flemhuder See aus in den Ringkanal umzutragen. Den Flemhuder See erreicht man vom Nord-Ostsee-Kanal aus bei km 85,4. Flemhuder See l 1,6 km Umtragestelle zum Ringkanal.
1,0 r kleine Anlegestelle, etwa 100 Meter zum Flemhuder See (→ Nord-Ostsee-Kanal) umtragen, schmaler und steiler Pfad durch den Wald, Einsatzstelle verschlickt
2,0 l Ort Flemhude, Anlege-Brücke. Dicht dahinter Hausteinkirche, 1240 aus behauenen Findlingen erbaut. Flemhude war wie Hohenhude Stapelplatz für die von der Nordsee über die Eider nach Kiel gehenden Güter
2,3 Autobahn-Brücke A210 Kiel–Rendsburg
3,1 Mündung des Ringkanals in die Eider. l Getreidesilo, Achterwehr. l Gasthof Beckmann mit Sammlung vorgeschichtlicher Funde. ÖPNV nach Kiel, Westensee und Rendsburg.
3,2 Straßen-Brücke L48
4,0 r Gutspark Klein Nordsee mit niedrig über dem Wasser hängenden Baumzweigen (Flaggenstöcke!)
4,2 Eisenbahn-Brücke Kiel–Rendsburg
5,1 Ausfluss der Eider aus dem Westensee, Peilbarke.
Zum östlichen Ufer ist mindestens 50 Meter Abstand zu halten. Der Wald ist dort wegen eines Seeadlerhorstes gesperrt.
  Strecke nach Hohenhude 3 km
Peilbarken auf Halbinsel und Hohenhude, Einfluss der Eider in den Westensee. Anlegemöglichkeit am Badeplatz am Uferweg etwas westlich des Dorfes. Gasthaus Eiderschweiz, schön gelegen. Bus nach Kiel. Weiterfahrt am östlichen Seeufer.
  Stecke nach Wrohe 3,7 km
Wrohe, Naturcampingplatz Wrohe, neben dem Campingplatz öffentliche Einsatz- und Badestelle und Parkplatz, Endpunkt der Bucht, Restaurant-Café »Zum Fischmeister« 200 Meter. Vom Dorf Bus nach Kiel. Lohnende Waldwanderung um den Kleinen und Großen Schierensee über Gut Schierensee mit schloßartigem Herrenhaus (erbaut 1778 durch Caspar von Saldern).
  Strecke zum Ort Westensee 5,2 km
r halten, nicht zu dicht unter Land, weil sehr flach bis zur nächsten Landspitze, von dort r in westlicher Richtung quer über den See. Jugendherberge Westensee

Streckenbeschreibung Rendsburg – Eidersperrwerk

Die Untereider

Zwischen Rendsburg und der Einmündung des Gieselau-Kanals ist – außer einzelnen Motorbooten – kein Schiffsverkehr mehr, unterhalb desselben begegnet man nur vereinzelt Küstenmotorschiffen.

Wer von Süden auf dem Nord-Ostsee-Kanal ankommt oder sich das Umsetzen der Boote in Rendsburg ersparen will, kann die Untereider auch bei Kanal-km 40,7 (500 m westlich der Fähre Oldenbüttel) durch den Gieselau-Kanal erreichen:
0 Abzweig vom Nord-Ostsee-Kanal
1,2 Schleuse mit Straßen-Brücke
2,7 Mündung in die Eider

Das Teilstück von Rendsburg zum Gieselau-Kanal ist besonders reizvoll. Weniger empfehlenswert ist jedoch das Übertragen über den Damm des Nord-Ostsee-Kanals bei Nübbel (NOK km 57,0; Eider km 6,0), weil das Ausheben aus dem Kanal schwierig wegen der Steine ist.

Die Eider ist ein ausgesprochener Niederungsfluß, der eine flache Wiesenlandschaft mit eingestreuten Geestrücken durchzieht. Ihre Breite nimmt ständig zu und beträgt im Durchschnitt 150–300 m. Die dortige Landschaft wirkt durch ihre Stille und Unberührtheit und den weiten Horizont. Allerdings wird der Blick vom Wasser aus vielfach durch die noch vorhandenen Deiche gehemmt. Unterhalb Nordfeld gleicht das breite Bett einer Wattenfläche, besonders bei Niedrigwasser (Tidenkalender), wenn nur die Fahrrinne Wasser führt.

Die Strömung ist auf der gesamten Strecke so gering (abgesehen ab Nordfeld; Einflußbereich der Nordsee), dass ohne weiteres in beiden Richtungen gerudert werden kann. Entscheidend für die Tagesleistung ist die jeweilige Windrichtung.

Tidenkalender vom Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie

Hier können Hoch- und Niedrigwasser für einen Zeitraum von drei Tagen beim BSH abgefragt werden. Dazu ist der entsprechende Standort zu wählen.

Ort

Zeit

Bezugsniveau

0 Rendsburg. Ehemalige Schleusen-Ausfahrt.
0,3 r Einsetzmöglichkeit für Ruderboote gegenüber vom Wohnmobil-Hafen mit Café Eiderblick, An der Untereider 9, gute Parkmöglichkeit auch vorm Schwimmzentrum 200 m weiter (im Stadtgebiet ausgeschildert)
0,8 Füßgänger-Brücke
1,0 Straßen-Brücke B 77
3,0 bis km 7 l Damm des Nord-Ostsee-Kanals
5,0 r ehemaliges Schiffer-Dorf Nübbel mit Fußgänger-Brücke, Sportboothafen, Badestelle
6,0 ehemalige Fährstelle, l Anlegemöglichkeit, beste Umtragemöglichkeit zwischen NOK und Eider, NOK km 57,0
13,0 Sportboothafen
13,4 l Siedlung Lohklindt am Breiholzer Geestrücken gelegen
15,0 l Campingplatz Breiholz, Fährstr. 1, 24797 Breiholz, Telefon 04332 373
15,3 Straßen-Brücke Breiholz–Hamdorf. l hinter der Brücke Badestelle. An beiden Ufern befinden sich fortan Schöpfwerke.
18,1 l Sportboothafen
20,1 r Sportboothafen WSC Hamdorf
22,3 l Sportboothafen SFV Oldenbüttel
22,7 Mündung des Gieselau-Kanals, Eintritt der Eider in die Moor-Niederung
25,7 l Gasthaus, Sportboothafen und Zeltplatz, Einsetzmöglichkeit, l zur Schleuse halten, r Abzeig: Umtragen ins Unterwasser nicht möglich.
26,0 Straßenklapp-Brücke B 203 und Schleuse Lexfähre, Telefon 04802 375
34,3 Gabelung des Fahrwassers. Beide Arme fahrbar, kürzerer Weg r Arm (Durchstich), l Sportboothafen. Am r Ufer beginnt das Gebiet der Moorsiedlungen von 1759/60. l verstreute Häuser der Siedlung Eiderdeich
36,4 Hohner Fähre, r Sportboothafen, Gasthof und Cafe, Telefon 04339 279, Fährbetrieb nur am Wochenende für Personen
36,8 r Mündung der Neuen Sorge. Fahrbar bis km 5,6, Sandschleuse bei Meggerholm
37,7 l Sportbbothafen
40,5 l Sportboothafen
42,5 l Mündung der Tielenau. Im Winkel zwischen Eider und Tielenau die Tielenburg, 1500 von den Dithmarschern zerstört, Wälle gegen 1900 abgetragen, heute nur noch ein Bauernhof auf erhöhtem Platz, der einst eine Eiderinsel war
43,0 r Dorf Thielen am Rande der Erfder Geestinsel, Sportboothafen und Badestelle
45,9 l Dorf Pahlhude mit Straßenklapp-Brücke. Rotes Signal an der mittleren Brücken-Durchfahrt bedeutet nur, dass Brücke geschlossen ist, die Durchfahrt ist gestattet. l Sportboothafen
48,6 r Dorf Scheppern
50,2 Bargener Fähre für Personen und Radfahrer, verkehrt vom 1. Mai bis 30. September freitags von 15 bis 20 Uhr, samstags/sonntags von 10 bis 20 Uhr, l Badestelle Toilette, r Campingplatz 24803 Erfde-Bargen, Telefon 04333 206
50,4 r Dorf Bargen, Sportboothafen, Gasthaus 300 m
51,8 l Dorf Delve. Alte Feldstein-Wehrkirche aus dem 13. Jahrhundert, ihr Wehrturm wurde 1563 auf Veranlassung Herzog Adolfs abgetragen. Direkt am Delver Höft Kanustation mit Übernachtungsmöglichkeit; geöffnet vom 1. Mai bis 30. September. In unmittelbarer Nähe Campingplatz mit gesondert ausgewiesenem Zelplatz für Ruderer, Eidertal-Camping, Eiderstr. 20, 25788 Delve, Telefon 04803 1058, Gaststätte (montags und dienstags Ruhetag)
57,6 r Stein-Schleuse, Schöpfwerk an der Mündung der Neuen Schlote. r wird der Geestrücken Stapelholm mit Dörfern Norderstapel und Süderstapel sichtbar. Beginn der großen Eiderschleifen
61,0 r Badestelle
61,3 r Dorf Süderstapel, Sportboothafen, Eidercamping, 25879, Telefon 04883 258, Gasthaus. Weiter Blick vom Südrand des etwa 10 m über der Eider gelegenen Dorfes über den Eiderbogen; noch besser vom nordöstlich gelegenen Wodansberg auch nach Norden auf die Treene-Niederung. Sehenswerte Wehrkirche aus Findlingen gebaut, später mit Klinker ergänzt; ferner die Bauernglocke auf hohem Mast, eine Eigenart der Stapelhomer Dörfer
67,0 spitzwinklige Biegung nach r, l Sportboothafen, l Camping-Ferienpark Eider, 25779 Hennstedt-Horst, Telefon 04836 9965432
68,0 l Siedlung Horst, Richtung des Flusses wieder auf Süderstapel zu
75,0 l Sportboothafen ASV Hennstedt
75,4 Schöpfwerk Broklandsau
77,3 r Badestelle mit langem Anlegesteg, dahinter Fischernetze
77,9 l Sportboothafen
78,2 Eiderabdämmung Nordfeld. Schleuse Nordfeld, Telefon 04881 93041550, r vom Wehr- und Bedienungshaus. Übergang vom Moorgebiet in die Marsch. Von hier ab verändert der Fluß seinen Charakter vollständig. Er verläuft nun zwischen zwei durchschnittlich 500 m voneinander entfernten Seedeichen und folgt dem Tidehub der Nordsee. Bei Weiterfahrt bis Tönning oder zum Eiderdamm muss die Fahrt nach dem Tidekalender eingerichtet werden. Die Fahrrinne ist durch Pricken gekennzeichnet.
83,0 Straßenklapp-Brücke Straße Heide–Husum, Türme von Friedrichstadt sichtbar
83,5 r Ostersielzugs aus der Treene
83,7 r Einfahrt zur Treene-Schleuse, auch bei Weiterfahrt auf der Eider sollte man zum sehenswerten Städtchen Friedrichstadt durchschleusen (siehe unter → Treene)
85,1 Eisenbahn-Brücke Hamburg–Westerland
86,3 r Saxfähre (Entwässerungs-Schleuse)
90,2 r Kringelkrug
90,8 r Rothenspieker (Entwässerungs-Schleuse)
96,1 l Fähranleger Karolinenkoog der Fähre nach Tönning
96,7 Straßen-Brücke B 5 Heide–Husum. r Hafeneinfahrt Tönning. Der idyllische Hafen zieht sich in dreifach gebrochener Linie 650 m lang hin bis in die Stadtmitte hinein. Eisenbahn nach Husum und St. Peter-Ording. Jugendherberge Tönning. Sehenswert: Markt mit Laurentiuskirche und Barock-Brunnen, das Packhaus am Hafen, der von Graften umgebene Schloßpark (Schloß 1735 abgetragen). Tagesfahrten nach Helgoland. Weiterfahrt in südlicher Richtung durch den Purrenstrom. r Leitdamm bis zur Eiderabdämmung
101,7 l Ort Neuensiel
107,0 Eiderdamm. 4,5 km langer Damm von Spannbüllhörn (Vollerwiek – Halbinsel Eiderstedt) zum Wesselburener Koog (Dithmarschen) mit Schiffahrts-Schleuse und Spülsielen; Bauzeit 1967–1973. Größtes, bemerkenswertes Bauwerk im Zuge der Deichverkürzung an der holsteinischen Westküste. Unmittelbar hinter dem Eiderdamm setzt sich der Purrenstrom als Außeneider fort, die nach kurzer Distanz die offene Nordsee erreicht. Vor einer Weiterfahrt über die Eiderabdämmung hinaus wird wegen der Gefährlichkeit gewarnt. Das schleswig-holsteinische, niedersächsische und niederländische Wattenmeer gehört seit dem 26. Juni 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Guide

Streckenkarte und Informationen

Eider (pdf, 208 kB) mit den Abschnitten: Westensee – Strohbrück, Rendsburg, Lexfähre – Gieselaukanal, Pahlhude, Süderstapel, Friedrichstadt, Tönning – Eidersperrwerk

Betriebszeiten der Schleusen und Brücken an der Eider (pdf)
vom Wasser- und Schifffahrtsamt Tönning, Stand: 10.03.2016

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