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Fachübungsleiter 2005

31 neue Übungsleiter im Norden

»Rudern erfordert mehr als nur Technik und Kraft!« stand auf einer Karte zum Abschluss der Qualifizierung des Ruderverbands Schleswig-Holstein.

31 Ruderinnen und Ruderer nahmen erfolgreich an der Fachübungsleiter-Qualifizierung über vier Wochenenden des RVSH teil, darunter auch fünf Gäste aus Niedersachsen und Bremen sowie 8 Sportstudierende der Universität Kiel. Der Ansturm auf die nur alle zwei Jahre durchgeführten Seminare war in diesem Jahr so groß, dass leider weiteren Interessenten abgesagt werden musste.

RVSH FÜL 2005: Die Teilnehmer

von links: Andreas König (Lehrgangsteamer), Kim Lachmann (Vegesacker RV), Thorsten Grimm (SRSV Plön), Caro Edzards (RG Kiel), Franziska Dommenz (HB Celle), Einar Jörn (Lübecker SRV), Inke Schultz-Berndt (CAU Kiel), Anna Gleue (HB Celle), Hendrik Dogge (HB Celle), Jochen von Spreckelsen (CAU Kiel), Vanessa Behnke (Lübecker FRK), Malte Wiediger (SWV Kiel), Eva Drees (DRC Schleswig), Benjamin Mewe (EKRC Kiel), Martin Voigt (CAU Kiel), Ingrid Paulsen (RPRC Rendsburg), Andy Zimmermann (RG Geesthacht), Martijn Oosterbaan (Ratzeburger RC), David Kenkel (Lübecker RK), Lars Barkhausen (RRS Bückeburg), Merle Muth (Segeberger RC), Sven Dreyer (Lübecker RK), Hägar Habermann (Lübecker RG), Nadja Liebers (CAU Kiel), Ilkin Özdemir (CAU Kiel), Fabian Haberfelder (Flensburger RK), Katharina Wege (CAU Kiel), Michel Smidt (Lübecker RG), Daniel Rolfes (RR Johanneum Lübeck), Nils Schuhardt (Segeberger RC), Janna Krüger (Lübecker FRG), Luisa Böhm (RR Johanneum Lübeck), Birte Müller (Referentin) und Hauke Hinz (Lehrteam)

Die Teilnahme der Sportstudenten aus Kiel war ein Experiment. Die Studenten hatten am Ruder- und Kanuzentrum an der Kieler Förde das Rudern u. a. von Thomas Mittelstädt und Hauke Hinz erlernt. Über das rege Interesse hatten sich der Sportdozent Mittelstädt und der Lehrbauftragte Hinz, die beide auch RVSH-Vorstandsmitglieder sind, gefreut. Für den Erwerb der Lizenz wird aber nach anderen Lösungen in der Zukunft gesucht werden müssen.

RVSH FÜL 2005: Erwartungen der Teilnehmer RVSH FÜL 2005: Rudertechnik

Als Seminarorte standen wieder die Ruderakademie Ratzeburg sowie die schönen Bootshäuser des Domschulruderclubs in Schleswig und des Akademischen Rudervereins in Kiel zur Verfügung. Die Selbstversorgung und das Luma-Lager in Schleswig und Kiel wurden dabei genauso gut angenommen wie die komfortable Unterbringung und das gute Essen in der Ruderakademie.

RVSH FÜL 2005: Caro beim Aufwärmspiel RVSH FÜL 2005: Das Atomspiel

Als Referenten standen dem Lehrteam des RVSH um Andreas König zur Verfügung: Reinhart Grahn (Rudertechnik, Anfängerausbildung und Sportinternat), Hauke Hinz (Trainingsplanung und Ausdauer), Klaus-Dieter Stecker (Krafttraining), Kim Koltermann (Trainingsplanung und Öffentlichkeitsarbeit), Birte Hoffmann und Gesa Bruhn (Kommunikation), Lingolf von Lingelsheim (Trimmen von Booten) und Tobias Tietgen (Ruderwettkampfregeln).
Das Lehrteam möchte sich auch an dieser Stelle bei euch bedanken!

RVSH FÜL 2005: Kommunikation mit Birte Hoffmann RVSH FÜL 2005: Die Rolle des Trainers mit Gesa RVSH FÜL 2005: Lingolf von Lingelsheim beim Trimmen von Booten

RVSH FÜL 2005: Prof. Dr. Klaus Mattes RVSH FÜL 2005: Über 60 Teilnehmer bei der Trainerfortbildung

Im Rahmen des letzten Wochenendes fand im Kieler Sportinstitut die alljährliche Trainerfortbildung statt. Auch hier meldeten sich über 30 Trainerinnen und Trainer. Damit verfolgten weit über 60 Zuhörer den recht anspruchsvollen Ausführungen von Prof. Dr. Klaus Mattes. Dieser hatte erst zum Wintersemester von Berlin ans Institut für Bewegungswissenschaft an die Hamburger Universität gewechselt. Mattes erläuterte das rudertechnische Leitbild des Deutschen Ruderverbands, zeigte eine exemplarische Auswertung einer Messfahrt im Doppelzweier, führte eine Bewegungsbeobachtung anhand einer Videosequenz durch und stelle die Forschungsrichtungen für die kommenden Jahre vor.

Das war noch hängen geblieben bei den Teilnehmern, so jedenfalls die Karten im Wissensnetz: »Die Handführung ist extrem wichtig!« oder »Videoauswertung ist ‘ne gute Sache!«. Und auch dieses: »3, 2, 1, aus!«

Andreas König, RVSH-Lehrteam

Hoch im Norden: Fachübungsleiter-Lehrgang des RVSH

Fachübungsleiter-C-Rudern – mit dieser Lizenz als Ziel vor Augen nahmen 31 Interessierte zwischen Ende Oktober und Anfang Dezember 2005 erfolgreich an dem gleichnamigen Lehrgang des Ruderverbandes Schleswig-Holstein teil.

Die Teilnehmer, Ruderer aus Schleswig-Holstein, Sportstudierende der Universität Kiel sowie fünf »Schleswig-Holstein-Gänger« aus dem Niedersächsischen und Bremen, kamen vier Wochenenden lang je zweimal in Ratzeburg und je einmal in Schleswig und Kiel zusammen, um sich die Lehrgangsinhalte und -ziele gemeinsam unter der Leitung von Andreas König zu erarbeiten.

Erarbeiten – in diesem Sinne griffen die zehn Referenten hauptsächlich auf Gruppen- und Partnerarbeit zurück, in denen sie an praktischen Beispielen aus dem Übungsleiter- und Vereinsalltag ebenso Fachwissen wie Problemlösestrategien sehr eindrücklich vermittelten. Besonders fruchtbar erwiesen sich dabei die anschließenden Diskussionen im Plenum, die die Präsentationen der jeweiligen Gruppen- und Partnerarbeit zur Grundlage hatten. Hier sind insbesondere zu den Themen Rudertechnik, Leistungssteigerung, Kommunikation sowie soziale Konflikte solche Materialien und Inhalte weitergegeben worden, die direkt dem Übungs- und Trainingsbetrieb zu Gute kommen und damit die Qualität der geleisteten Arbeit in den Vereinen steigern.

Konkret handelt es sich dabei um die Vermittlung von Skull- und Riemenrudern im Anfängerbereich anhand der Basisliste Skullen bzw. der Basisliste Riemen (Grahn, 2001) die den Teilnehmern direkt in die Hand zur Anwendung vor Ort mitgegeben worden sind. Ebenso verhält es sich mit den Videochecklisten Skullen und Riemen (Grahn, 2001). Dabei handelt es sich um tabellarische Auswertungsprotokolle für Videoanalysen, mit denen bis zu 31 rudertechnische Details kategorisiert, analysiert und auf einer Punkteskala bewertet werden können. Um aber in der Lage zu sein, mit diesen Instrumenten erfolgreich Leistungsruderer technisch zu betreuen, erarbeitete sich der Kurs zunächst die technischen Leitbilder des DRV sowie des RVSH, um daraufhin an authentischen Aufnahmen aus dem Trainingsalltag in Erfahrung zu bringen, wie diese Listen effizient in der Praxis zu verwenden sind.

Im Bereich Trainingspläne und -methoden stand nicht nur die Leistungssteigerung unserer Athleten im Vordergrund, sondern insbesondere auch Probleme und Gefahren bei unsachgemäßen oder nicht altersgerechten Übungen, Methoden und /oder Trainingsumfängen.

Die richtige Traineransprache, also der faire und angemessenen Umgang mit den Sportlern, sowie Strategien für ein erfolgreiches Konflikt-Management erarbeitete sich der Kurs unter anderem mit Rollenspielen, bei denen Szenen aus dem Trainer-Alltag im Mittelpunkt standen und gelöst wurden. Grundlage für die Einheiten Kommunikation und Konflikt-Management bildete dabei das Kommunikationsmodell Schulz von Thuns, das sich zum einen aufgrund seiner Anschaulichkeit grundsätzlich sehr gut als theoretische Basis für diesen Schwerpunkt eignet und zum anderen ebenso hervorragend von den beiden Referentinnen als ein Instrument zur Erklärung, Vermeidung und Lösung sozialer Konflikte oder unangemessenen Trainer-Verhaltens vermittelt wurde.

Neben den Schwerpunkten technisches Leitbild, Trainingspläne und -methoden sowie Traineransprache und Konfliktmanagement, beinhaltete der Lehrgang des Weiteren die Themen Öffentlichkeitsarbeit, Messbootfahrten, Sportorganisation, kleine Spiele, Hallentraining, Wettkampfregeln, Riggern und Wanderfahrten, Dehnen und Koordination sowie Sicherheit und Umweltschutz, die zwar kompakter aber ebenso gründlich auf der Tagesordnung standen.

Zum endgültigen Erhalt der Lizenz FÜL-C-Rudern war aber neben den Voraussetzungen noch eine Prüfung notwendig. Diese bestand aus zwei Teilen: Erstens aus einer sorgfältigen und angemessenen Anfertigung einer schriftlichen Hausaufgabe zu einem lehrgangsrelevanten Thema und zweitens aus einer zwanzigminütigen mündlichen Gruppenprüfung à drei Teilnehmern am letzten Wochenende, deren Inhalt etwa zwei bis drei Lehrgangsthemen beinhaltete und aus diesen einzelne Aspekte herausgriff und zum Teil gründlich vertiefte.

Neben dem Lehrgangswissen, der Lizenz und den erworbenen Kompetenzen erhielten die Kursteilnehmer jedoch weitaus mehr, als den Programminhalten zu entnehmen ist. Nicht zu unterschätzen ist nämlich die Funktion auch dieses Lehrgangs als soziales Netzwerk: Das durch den Lehrgang geförderte freundschaftliche Gruppenklima führte zu guten Bekanntschaften, die nun quer durch das ganze Land und darüber hinaus führen. Diese bringen die eigene Vereinsarbeit voran, da bereits in Ratzeburg, Schleswig und Kiel ein immenser Erfahrungsaustausch stattfand, von dem alle Seiten schließlich profitieren können. Zusätzlich wird es darüber hinaus in Zukunft leichter sein, bei Anregungen, Fragen und Problemen Kontakt zu denjenigen Schülerruderriegen, Rudervereinen und dem RVSH aufzunehmen, deren Vertreter man bereits auf dem Lehrgang persönlich kennen lernte.

Abschließend betrachtet also ein Lehrgang auf durchaus hohem Niveau. Dies ist das besondere Verdienst der engagierten Lehrgangsleitung, Andreas König, und der durchweg sehr gut vorbereiteten Referenten der o. g. Schwerpunktthemen, Birte Hoffmann, Gesa Bruhn, Hauke Hinz und Reinhart Grahn. Es gelang ihnen nicht nur anspruchsvolle Inhalte zu vermitteln, sondern unter den 17 bis 55-jährigen Lehrgangsteilnehmern selbst eine hohe Motivation bei deren Erarbeitung zu wecken.

Lars Barkhausen, RR »Schaumburgia« Bückeburg e. V.

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