„Road to Olympics“ in Mâcon
Acht RVSH-Talente sammeln internationale Erfahrungen in Mâcon
Vom 23. bis 29. August 2026 hatten acht Nachwuchssportlerinnen des Ruderverbandes Schleswig-Holstein die Möglichkeit, an einem internationalen Trainingslager im französischen Mâcon teilzunehmen. Für Johanna, Dario, Liam, Justus, Jule, Cerina, Hannah und Jette ging es für eine Woche nach Frankreich, um gemeinsam zu trainieren, neue Erfahrungen im Riemenrudern zu sammeln und sich mit französischen Nachwuchsruderinnen auszutauschen.
Die Teilnahme an der Maßnahme hatten sich die acht Schleswig-Holsteiner*innen durch ihre sportlichen Leistungen und ihre Entwicklung in der vergangenen Saison erarbeitet. Damit war die Reise nicht nur eine besondere Erfahrung, sondern zugleich eine Anerkennung für das kontinuierliche Training und die gezeigten Leistungen im Nachwuchsleistungssport.
Das Trainingslager stand in diesem Jahr wieder unter dem Motto „Road to Olympics“ und knüpfte damit an das internationale Austauschformat der vergangenen Jahre an. Bereits in den Vorjahren wurde das Projekt in Zusammenarbeit mit dem französischen Rudersport und im Rahmen des deutsch-französischen Jugendaustausches durchgeführt. Die Grundidee ist dabei bis heute dieselbe: Junge Nachwuchssportler*innen sollen über den eigenen Verein und Landesverband hinaus neue sportliche, persönliche und internationale Erfahrungen sammeln.
Neben der leistungssportlichen Weiterentwicklung stand deshalb insbesondere der deutsch-französische Austausch im Mittelpunkt der Woche.
Neue Erfahrungen im Riemenvierer und Achter
Sportlich lag der Schwerpunkt der Woche vor allem auf dem Riemenrudern im Vierer und Achter. Gerade für die Schleswig-Holsteiner*innen bot sich dadurch die Möglichkeit, Erfahrungen in Bootsklassen zu sammeln, die im täglichen Heimtraining nicht für alle regelmäßig zur Verfügung stehen.
In den ersten Tagen wurde sowohl im Vierer als auch im Achter trainiert. Eine der ersten Herausforderungen bestand darin, sich auf die teilweise neuen Mannschaften einzustellen und gemeinsam einen Rhythmus zu entwickeln.
Gerade beim Riemenrudern wurde für die Jugendlichen schnell deutlich, wie wichtig es ist, dass die Bewegungen der gesamten Mannschaft möglichst gleichmäßig und gleichzeitig ausgeführt werden. Bereits kleine Abweichungen können sich unmittelbar auf die Geschwindigkeit und Stabilität des Bootes auswirken. Entsprechend intensiv wurde während der Einheiten an Technik, Rhythmus und Zusammenarbeit gearbeitet.
Im weiteren Verlauf der Woche verlagerte sich der Schwerpunkt zunehmend auf das Achterrudern. Für einige der Teilnehmenden war es das erste Mal überhaupt, in einem Achter zu sitzen. Durch wechselnde Besetzungen mussten sich die Sportler*innen immer wieder auf neue Mannschaftskonstellationen einstellen. Aufeinander achten, Verantwortung für das gesamte Boot übernehmen und gemeinsam einen möglichst guten Rhythmus entwickeln – genau diese Erfahrungen machten die Einheiten für die Jugendlichen besonders wertvoll.
Gemeinsam über Landes- und Ländergrenzen hinweg
Neben den nationalen Mannschaften wurden während der Woche auch internationale und gemischte Boote gebildet. Mädchen und Jungen sowie deutsche und französische Jugendliche saßen gemeinsam im Boot.
Gerade bei diesen Einheiten wurde deutlich, wie sehr der Rudersport verbinden kann. Sprachliche Unterschiede rückten schnell in den Hintergrund, denn im gemeinsamen Boot zählen vor allem Rhythmus, Aufmerksamkeit, Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen. Gleichzeitig mussten sich alle immer wieder auf neue Mannschaften und unterschiedliche Ruderstile einstellen.
Das Programm beschränkte sich jedoch nicht ausschließlich auf das Rudern. Eine gemeinsame Schwimmeinheit sorgte während der Woche für sportliche Abwechslung und bereitete den Jugendlichen viel Spaß.
Auch außerhalb der Trainingseinheiten blieb viel Zeit für das gemeinsame Miteinander. Eine Woche gemeinsam zu trainieren, zu essen und die Freizeit zu verbringen, führte dazu, dass sich die Gruppe immer besser kennenlernte und als Team zusammenwuchs. Gleichzeitig bot das Trainingslager die Gelegenheit, Kontakte zu den französischen Jugendlichen aufzubauen und den Rudersport einmal außerhalb der gewohnten Trainingsumgebung zu erleben.
Damit erfüllte die Maßnahme einen wichtigen Bestandteil des „Road to Olympics“-Gedankens: Neben der sportlichen Entwicklung sollen die Jugendlichen erleben, dass der Rudersport weit über den eigenen Verein, den Landesverband und auch über nationale Grenzen hinaus verbindet.
Abschlussregatta als Höhepunkt der Woche
Nach den zahlreichen Trainingseinheiten wartete am Ende der Woche noch ein besonderer Höhepunkt: die gemeinsame Abschlussregatta.
Über die 500 Meter-Strecke konnten die Jugendlichen zeigen, was sie während der vergangenen Tage gelernt hatten. Dabei wurde sowohl in nationalen als auch in internationalen Mix-Booten gestartet. Die kurze Wettkampfstrecke stellte noch einmal andere Anforderungen als die Trainingseinheiten zuvor: Von Beginn an musste gemeinsam Geschwindigkeit aufgenommen und bis ins Ziel konsequent weitergerudert werden.
Entsprechend groß war die Aufregung vor den Rennen. Jede und jeder wollte das Beste aus sich und der jeweiligen Mannschaft herausholen und die gemeinsame Trainingswoche erfolgreich abschließen.
Die Regatta bot eine gute Möglichkeit, dass in den vergangenen Tagen Gelernte unmittelbar unter Wettkampfbedingungen anzuwenden. Dabei stand nicht ausschließlich das Ergebnis im Vordergrund. Vielmehr ging es darum, gemeinsam Rennen zu fahren, Erfahrungen zu sammeln und die Woche mit einem sportlichen Höhepunkt und viel Spaß abzuschließen.
Viele Erfahrungen für den weiteren sportlichen Weg
Für die acht Schleswig-Holsteiner*innen war die Woche in Mâcon damit sowohl sportlich als auch persönlich eine besondere Erfahrung. Sie konnten neue Bootsklassen kennenlernen, ihre Fähigkeiten im Riemenrudern weiterentwickeln, internationale Erfahrungen sammeln und erleben, welchen Stellenwert Teamarbeit und gegenseitiges Vertrauen innerhalb einer Mannschaft haben.
Gleichzeitig entstanden innerhalb der schleswig-holsteinischen Gruppe und über die Landes- und Ländergrenzen hinaus neue Kontakte und Freundschaften. Genau diese Mischung aus Leistungssport, Gemeinschaft und internationalem Austausch macht den besonderen Wert einer solchen Maßnahme aus.
Die Teilnahme in Mâcon soll dabei nicht nur als Anerkennung für die bisher gezeigten Leistungen verstanden werden. Vielmehr sollen die gesammelten Erfahrungen den Jugendlichen zusätzliche Motivation und Aufschwung für ihre weitere leistungssportliche Entwicklung geben.
Nach der Rückkehr in die Heimatvereine gilt es nun, die Eindrücke und die Motivation aus Mâcon mitzunehmen und in das Training der kommenden Saison zu übertragen. Vielleicht war „Road to Olympics“ für den einen oder die andere damit nicht nur der Name einer Trainingswoche, sondern ein weiterer kleiner Schritt auf dem eigenen sportlichen Weg.
Für den RVSH in Mâcon
Dario und Liam – Domschulruderclub Schleswig, Jette – Lübecker Frauen-Ruder-Klub, Cerina und Hannah – Ratzeburger Ruderclub, Justus – Lübecker Rudergesellschaft von 1885, Jule – Elmshorner Ruder-Club, Johan – Germania Ruderverein Eutin




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