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Richtig Rudern nach dem DRV-Leitbild

Grau teuerer Freund ist alle Theorie, doch grün des Lebens goldner Baum!

Diesen Schnack von Goethe (aus Faust, nicht aus dem Kinofilm) zitierten Marc Swienty und RRC-Chefcoach Sebastian Schulz zwar nicht. Er schwang aber mit, als der RRC den Winter nutzte, um sich auf goldenere Ruderzeiten im Frühjahr, Sommer und Herbst vorzubereiten. Im Winter werden halt Ruderer gemacht. Diese und andere Ruderweisheiten hatten Marc Swienty (Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein) und Sebastian Schulz (RRC) im Hinterkopf, als beide das Leitbild Rudern des DRV im RRC vorstellten. Es war der Auftakt zu einer Reihe von weiteren Veranstaltungen, die die Landestrainer sodann in den Mitgliedsvereinen des RVSH anboten. Für den RRC folgten zwei weitere Theorietermine, in denen Marc Swienty die vier Phasen des Ruderschlages detailliert aufarbeitete. Dem werden sich zwei weitere Termine mit Sebastian Schulz anschließen, in denen gezeigt werden soll, was in der Theorie vermittelt wurde und ob dies auch tatsächlich in die richtige Bewegung umgesetzt werden kann. Die Reihe Richtig Rudern verfolgte eine komplexe Zielstellung. Zum einen ist die Rudertechnik Grundvoraussetzung für den sportlichen Erfolg („Trainingsmanagement“). Wer diesen – wie viele – jedoch nicht nur in Regattaerfolgen misst, sondern im persönlichen gesundheitlichen Wohlbefinden, bedarf ebenfalls einer adäquaten Förderung in den Rudervereinen, die sich rühmen, eine sehr gesundheitsfördernde Sportart anzubieten. Nur tun muss man dafür natürlich auch etwas: „Gesundheitsmanagement“ also. Ferner ist es im Ruderverein kommunikativ nicht so leicht wie im Fußball, eine einheitliche Terminologie zu pflegen, die aber insbesondere in der Anfängerausbildung unverzichtbar ist („Kommunikationsmanagement“). Schließlich ist die Winterpause arg lang, also muss sie ruderisch genutzt werden („Mitgliedermanagement“). Wer das überaus interessante 9. Rudersportforum des Landesverbandes am 5. März bei der Rudergesellschaft Germania in Kiel besucht hat, in dem es um zukunftsträchtige Maßnahmen und Visionen für den Rudersport ging, findet viele Dinge in diesem Ansatz wieder.

Marc Swienty, das kam sehr gut rüber, hat dazu jede Menge drauf: Tipps und Tricks, wie man es im Boot immer noch ein bisschen besser machen kann, wie man immer noch ein kleines Detail mehr einbauen kann, auf das man bislang noch nicht so geachtet hat. Dazu hat er eine klasse Performance, dieses in Wort, Gestik und Mimik darzustellen. Ob Kohlen aus dem Keller holen, Getränkekisten anheben, für alles gab es einen treffenden Vergleich in Wort und Bild. Der Groschen fiel hörbar bei den Teilnehmern: „Verstanden!“, resümierten viele. Sebastian Schulz, der Physiotherapeut, erklärte ergänzend, was nicht nur technisch in einem Ergo steckt, sondern vor allem, was im Nutzer steckt und wie man das sinnvoll weckt. Darüber nachgedacht hatten – nach eigenem Bekunden der Teilnehmer – jedenfalls in der Gründlichkeit noch nicht alle. Unvermeidlich, dass Sebastian Schulz mit den Teilnehmern den Praxistest macht. Den Teilnehmern war dieser praktische Abschluss mit Sebastian Schulz jedenfalls sehr wichtig. Das vermittelte theoretische Wissen kann man zwar nachschauen: www.rudern.de/wissen/rudertechnik sowie www.rudertechnik.de. Verstehen tut man es aber erst richtig, wenn es fachkundig erklärt und begleitet wird. Also: keine Selbstversuche, sondern rein in die qualifizierte Ausbildung!

Berthold Witting, Ratzeburger Ruderclub

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