Berichte 2009
Daniel Nolte, Vorsitzender
Beim 41. Bundewettbewerb der Mädchen und Jungen in München gelang der Mannschaft der Schleswig-Holsteinischen Ruderjugend eine Sensation: Nachdem im Jahr zuvor in Salzgitter phänomenaler weise der erste Platz im Zusatzwettbewerb erkämpft werden konnte, gelang den 12 bis 14-jährigen Athletinnen und Athleten aus Schleswig-Holstein dieses herausragende Kunststück 2009 erneut. Herzlichen Glückwunsch! Insgesamt konnte ein sehr guter fünfter Platz belegt werden. Der Erfolg beim Zusatzwettbewerb spricht dafür, dass die SHRJ mit ihren zentralen Maßnahmen (Sommer- und Wintercamp, BW-Vorbereitungslehrgang) ins Schwarze trifft und natürlich auch für eine gute Trainingsarbeit in den Vereinen und Riegen.
Verbandsmitarbeiter sichten und fördern
Das Sichten von Mitarbeitern fällt aus der Ferne naturgemäß etwas schwer. Ich bin daher bei der Erfüllung dieser Aufgabe auf die Hilfe meines Vorstandes angewiesen. Die Vorstandsmitglieder arbeiten sehr selbständig in ihren Resorts. Ziel für 2010 muss es sein, die vier Jugendvertreter noch stärker in die Arbeit der einzelnen Ressorts zu integrieren. Obwohl bereits einige Personen in der engeren Wahl waren, ist es bisher nicht gelungen, einen Kassenwart zu finden, der Tobias von seiner kommissarischen Amtsführung befreit. Ich selber bin auf der Jahreshauptversammlung in Lübeck im März für zwei weitere Jahre gewählt worden. Ich habe dort bereits angekündigt, dass ich 2011 gegebenenfalls nicht mehr zur Verfügung stehen werde. Eine mögliche Nachfolge ist noch zu klären.
Verbandsinteresse nach außen wahrnehmen
Die Vertretung der Ruderjugend bei Veranstaltungen der Sportjugend Schleswig-Holstein musste ich an meinen Vorstand und hier insbesondere an Hauke delegieren. Die Vertretung gegenüber der Deutschen Ruderjugend und dem Deutschen Ruderverband habe ich selber übernommen. Da ich seit 2008 Vertreter der Landesjugendleiter im Vorstand der DRJ bin, habe ich an allen Sitzungen des DRJ-Vorstandes teilgenommen. Zudem habe ich die Landesjugendleitersitzungen beim Bundeswettbewerb und beim Jugendrat im Herbst in Wiesbaden geleitet und entsprechend natürlich auch an der Jugendratssitzung teilgenommen. Von herausragender Bedeutung war 2009 sicherlich der Deutsche Rudertag in Oldenburg, der dem DRV ein neues Grundgesetz beschert hat. Hierbei habe ich insbesondere die Interessen der Jugend vertreten.
Ich bedanke mich herzlich bei allen Mitgliedern des Vorstands der Schleswig-Holsteinischen Ruderjugend für ihre engagierte Mitarbeit.
Hauke Hinz, stellv. Vorsitzender
Besetzen aller Bootsklassen bei Jugend trainiert für Olympia
Als eines von wenigen Bundesländern konnte Schleswig-Holstein wieder alle Bootsklassen beim Landesfinale mit mehreren Booten besetzen und so auch mit einem vollen Starterfeld in Berlin an den Start gehen.
Halten des Teilnehmerfeldes bei Jugend trainiert für Olympia
Die für die Länderstatistiken und damit für die Sponsoren des Wettbewerbs so wichtigen Teilnehmerzahlen in den Vorausscheidungen konnten etwa gehalten werden. Die Qualität der teilnehmenden Mannschaften im unmittelbaren Kampf um die Qualifikationsplätze ist auch in diesem Jahr wieder erfreulich hoch gewesen, obwohl besonders in den Gig-Vierern der Jungen das absolute Topniveau nicht zu erkennen war. Angesichts einer stärkeren Konkurrenz beim Landesfinale setzten sich wie in den Jahren zuvor fast nur wirklich starke Mannschaften für das Bundesfinale durch, die dort entsprechend gut abschneiden. Mit drei Medaillen – davon zwei Mal Gold – und fünf A-Finalteilnahmen war das Ergebnis in der Summe nicht ganz so erfolgreich wie im Jahr zuvor.
Wieder meldeten beim Landesfinale neue Schulen oder Schulen, die nur unregelmäßig teilnehmen was der Vielfalt und der Bedeutung des Wettbewerbs eindeutig gut tut.
Erhalt der Schülerregatten
Die Zahl der Schülerregatten in Schleswig-Holstein ist seit ein paar Jahren bei auf zwei gesunken. Dies sorgte in den vergangenen Jahren mehrfach für Kritik. Neben dem Landesfinale JtfO findet offiziell nur noch die Dr. Asmusregatta in Kiel statt. Das ist für ein Bundesland mit großer Tradition im Schülerrudern eindeutig zu wenig.
Auch in diesem Jahr ist es nicht gelungen eine weitere Regatta im Terminplan zu etablieren. Wie im Jahr zuvor war in Zusammenarbeit mit dem FSG Preetz eine Anfängerregatta geplant worden, musste jedoch mangels Interesse abgesagt werden. Das Hauptproblem besteht eindeutig in der Überschneidung von Vereins- und Schulmannschaften. Dies schließt auch die Betreuer mit ein. Einen geeigneten Zeitpunkt für eine Regatta zu finden ist derzeit nahezu unmöglich.
Besetzung von Lehrer-/Referendariatsstellen mit ausgebildeten „Ruder“-Lehrern
Eine gezielte Besetzung von offenen Stellen ist in diesem Jahr nicht erfolgt. In zwei Fällen wurde der Kontakt mit den Studenten gesucht. In einem Fall war dabei keine Schule mit Ruder-AG in der Nähe des Wunschortes. In einem Fall wurde der Kontakt zwischen der Schulleitung der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule und einer Absolventin hergestellt – das Verfahren läuft. In einem anderen Fall ergab sich durch Zufall eine Vertretungsstelle an der Theodor-Storm-Schule in Husum, die mit einer rudererfahrenen Absolventin besetzt wurde. Hier schient eine Übernahme in das Referendariat möglich. Dadurch könnte sich eine Zusammenarbeit mit der Friedrichstädter Rudergesellschaft ergeben. Eine weitere Ruderin hat ein Referendariat in Eutin bekommen. Hier sollte im kommenden Jahr nach einer sicheren Möglichkeit gesucht werden, diese an einer Schule mit Ruder-AG unterzubringen.
Svenja Fock, Wanderrudern
In diesem Jahr fand das beliebte Wochenendzeltlager der schleswig-holsteinischen Ruderjugend vom 11. bis 13. September 2009 statt. Es waren wieder zahlreiche Teilnehmer aus Elmshorn, Flensburg und Kiel (Schüler-Wasser-Sport-Verein und ARV) dabei, sodass einige alte Freunde wiedertrafen, andere neue Freudschaften schlossen.
Am Freitagabend erfolgte die Anreise, wobei zwei Boote aus Kiel nach Plön gerudert wurden. Die übrigen Boote kamen auf den Bootsanhängern aus Elmshorn und Flensburg. Es ist uns, was wir kaum zu hoffen gewagt hatten, gelungen, im Hellen die Zelte aufzubauen und die Boote klarzumachen. Somit konnten wir mit Einbruch der Dämmerung entspannt unser Abendbrot genießen und nett beisammensitzen.
Am Samstag ruderten wir nach Preetz, wo wir nach einer Runde durch den See an der Innenstadt mit unserer großen Flotte im Freibad anlegten und dort im Sonnenschein unsere Mittagspause genossen. Einige spielten Karten, andere erkundeten die Umgebung, klönten oder hielten ein kleines Nickerchen. Da wir im Hellen grillen wollten, machten wir uns jedoch, sobald der Eisladen endlich geöffnet hatte und alle Eishungrigen sich verpflegt hatten, wieder auf dem Rückweg über die Seen und die sehr abwechslungsreiche Schwentine. Die Schönheit dieser Strecke ist wirklich beeindruckend. Da wir ein Boot, welches am nächsten Tag nicht so spät nach Kiel zurückkehren wollte, gleich in Preetz gelassen haben, hatten wir auf dem Rückweg einige Kielschweine, was den meisten gut gefiel. Mit flotten Schlägen kamen unsere Boote trotz netter Pausen zügig voran, sodass unsere Rechnung aufging und wir noch bei Tageslicht den leckeren, Salat, das gute Grillfleisch, die Würstchen und natürlich das ganze Toastbrot mit Kräuterbutter genießen konnten.
Sonntags bauten wir morgens unser Lager wieder ab, verstauten unsere Sachen in den Autos und ruderten dann zunächst durch den Durchstich bei der Prinzeninsel in den großen Plöner See. Hierbei mussten aus jedem Boot ein bis zwei Leute aussteigen, um das Boot sicher durch den engen Durchstich und unter der recht niedrigen Brücke durchzuziehen. Einer war beim Aussteigen etwas übereifrig und rutschte auf dem moorastigen Boden aus, sodass er klitschnass wurde- gut dass Ruderer immer Kenterklamotten im Seesack haben. Nach Überquerung des Sees wollten wir durch einen weiteren Durchstich in den Vierersee. Dies war relativ schwierig, da der Wasserstand etwas niedrig war, sodass wir die Boote durch den kleinen Durchstich, der so einige kleine Steine auf dem Grund hatte, tragen mussten. Indem sich zwei zusammen dort ankommende Mannschaften jeweils gegenseitig halfen, ging dies jedoch gut.
An einem Strand im Vierersee machten wir eine Rast, die einige trotz niedriger Temperaturen zum Baden nutzen- nicht alle freiwillig. Andere fanden andere Beschäftigungsmöglichkeiten wie Kuchen schnorren oder schlafen. Auf dem Rückweg hatten wir mit Wellen zu kämpfen, sodass die Steuerleute gut zu tun hatten, um uns sicher zurückzubringen. Das Verladen der Boote klappte gut, sodass wir uns gegen 15 Uhr nach dem obligatorischen Gruppenfoto langsam auf den Heimweg machen konnten.
Insgesamt war es eine sehr schöne Fahrt und die Teilnehmer freuen sich schon auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.